Speichermarkt Steigende Preise und Aufbruch in die dritte Dimension

Die Preise für Speicher-ICs steigen - noch schrecken die Hersteller aber vor Investitionen in neue Fabs zurück, denn der Aufwand für Prozesstechniken steigt enorm. Weil jetzt ganz neue Ansätze wie 3D-Speicher Einzug halten, bleibt das Rennen um die Vorherrschaft im Speichermarkt weiter spannend.

Macht sich die Konsolidierung im DRAM-Markt jetzt bemerkbar? Seit Frühling steigen jedenfalls die DRAM-Preise und IC Insights rechnet damit, dass sie in diesem Jahr um 40 Prozent klettern werden. Es sieht nicht so aus, als ob sich die Richtung nach oben bald umkehren würde. Denn die DRAM-Hersteller - übrig geblieben sind nach den Pleiten von Qimonda und Elpida im Wesentlichen Samsung, Micron und Hynix - investieren derzeit nicht in neue Fabs.

Laut IHS Research ist der DRAM-Wafer-Ausstoß weltweit im Jahr 2012 um 8 Prozent auf 13,7 Millionen 300-mm-Äquivalente gesunken, dieses Jahr gehen die Marktforscher von einen weiteren Rückgang um 5 Prozent auf 13 Millionen Äquivalente aus. Zum Vergleich: 2008 hatte der Ausstoß 16,4 Millionen 300-mm-Äquivalente erreicht. IC Insights schätzt, dass das Verhältnis von Investitionen zu Umsatz in diesem Jahr auf 11,9 Prozent zurückfällt. Der Durchschnittswert lag zwischen 2008 und 2013 bei 21,5 Prozent, zwischen 2004 und 2008 hatte er sogar 42 Prozent erreicht.

Der Rückgang hat mehrere Ursachen: Erstens steigt der Bedarf von Seiten der Notebook- und PC-Hersteller nicht. Landeten vor 10 Jahren noch 65 Prozent aller DRAMs in Notebooks und PCs, so ist dieser Anteil laut IHS in diesem Jahr auf 40 Prozent zurückgefallen.

Zweitens gibt es auch technische Gründe, die die Hersteller vor dem Bau neuer Fabs zurückschrecken lassen. Die Strukturgrößen weiter zu senken, wird prozesstechnisch immer aufwändiger. Es ist nicht nur damit getan, über die Lithografie immer kleinere Strukturen abzubilden, was an sich schon schwierig und teuer genug ist, es kommen auch zunehmend neue Materialien ins Spiel, was die Sache weiter verkompliziert. Es scheint derzeit, als ob die planaren Prozesse, die nur über kleinere Strukturen skalieren können, ausgereizt sind.