Solid State Drives in der industriellen Anwendung Sicherer als die herkömmliche Festplatte!

Externe SSD im 2,5-Zoll-Gehäuse
Externe SSD im 2,5-Zoll-Gehäuse

Zwischen den Solid State Drives der ersten Stunde und den heute am Markt verfügbaren Typen liegen Welten: Die SSD-Technologie hat sich allein in den vergangenen zwei Jahren rasant weiterentwickelt: Solid State Drives sind nicht nur bezahlbar geworden, sie sind heute leistungsfähiger, zuverlässiger und langlebiger als Hard Disk Drives - und damit insbesondere eine Alternative in industriellen Anwendungen.

Im Prinzip sind Solid State Drives nichts anderes als große Speicherkarten, aufgebaut mit Flash-Bausteinen und einem Controller. Wegen des relativ hohen Preises in Bezug auf die Speicherkapazität war die Flashtechnologie bislang jedoch nicht dazu prädestiniert, auf breiter Ebene zum Einsatz zu kommen. Mittlerweile sind die Kosten deutlich gefallen, und damit hat sich viel verändert. »Hat vor zwei Jahren eine typische SSD noch 4,70 Euro pro GByte gekostet, sind es heute nur 1,70 pro GByte«, verdeutlicht Robert Herth, Prokurist und Sales & Marketing Direktor der IT-Group von MSC. Und auch künftig ist von fallenden Preisen auszugehen, weil die Halbleiterhersteller die Flash-Chips mit immer kleineren Strukturen fertigen, und somit mit jeder neuen Prozessgeneration mehr Flash-ICs aus einem Wafer herausholen können.

Aber nicht nur der mittlerweile moderate Preis macht die Technologie interessant, sondern auch die Tatsache, dass viele Bedenken, die im Zusammenhang mit Solid State Drives immer wieder geäußert wurden, heute nicht mehr zutreffen: So sind heutige SSDs kaum noch zu vergleichen mit den ersten SSDs, die noch relativ langsam waren. Auch ist längst das Problem aus den Anfangszeiten überwunden, dass sich im Laufe der Zeit die Geschwindigkeit der SSDs reduziert hatte. Durch Windows 7, das als Betriebssystem erstmals spezielle Funktionen für SSDs berücksichtigt (z.B. den TRIM-Befehl), behält die Flash-basierte Festplatte ihre Geschwindigkeit auch über mehrere Jahre bei. Außerdem tragen optimierte Controller und Firmware, dem Herzstück jeder SSD, dazu bei, die Performance dieser Speicherlösung zu unterstützen und zu steigern.

Robert Herth betont: »Abgesehen von dem höheren Preis hat die SSD bei fast allen Vergleichen gegenüber einer HDD die Vorteile auf ihrer Seite: Sie hat keine Mechanik, sie ist schneller im Datentransport und weist schnellere Zugriffszeiten auf. Außerdem benötigt die SSD weniger Strom, entwickelt weniger Hitze und arbeitet geräuschlos. Sie ist schockresistent und hat eine längere Lebensdauer.« Viele dieser Eigenschaften sind gerade in industriellen Anwendungen von hoher Bedeutung. Und obwohl der Preis bei herkömmlichen Hard Disk Drives bei nur etwa 0,08 Euro pro GByte liegt, kann die SSD durch die Summe ihrer Vorteile bei der »Total Cost of Ownership« die günstigere Variante darstellen. Auch lassen sich mit den Solid State Drives zum Beispiel neue Anwendungsfelder adressieren, die man mit Hard Disk Drives wegen der anfälligen Mechanik bislang nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand bedienen konnte.

Die Flash-Technologie hat laut Robert Herth vor allem in sicherheitskritischen Anwendungen einen großen Vorteil, da die zu erwartende Lebensdauer einer SSD ermittelt werden kann. Dadurch wird die Technologie für den Anwender »berechenbar« - anders als bei Hard Disk Drives, bei denen mit Hilfe der SMART-Daten nur die bisherige Laufzeit bestimmt werden kann.

Das »Ende der Lebenszeit« bei SSDs hat übrigens wenig mit einem Totalausfall gemein. Sind bei den Flashzellen die Schreib-/Löschzyklen ausgereizt, behalten sie auch weiterhin ihre Daten. Allerdings kann man dann auf der Festplatte nicht mehr schreiben, sondern nur noch lesen.