ISSCC 2017 Sehr späte Ehre

Takao Nishitani nahm den Preis selbst entgegen, John S. Thompson wurde per Video zugeschaltet.
Takao Nishitani nahm den Preis selbst entgegen, John S. Thompson wurde per Video zugeschaltet.

Auch wenn Gene Frantz, lange Zeit Principal Fellow bei Texas Instruments, die DSPs schon vor Jahren für tot erklärt, haben in diesem Jahr Takao Nishitani und John S. Thompson den 2017 IEEE Donald O. Pederson Award erhalten und zwar genau für ihre DSPs.

Heute trifft man nicht mehr viele Unternehmen, die »DSPs« als eigene Produktkategorie nutzen - Analog Devices sei hier als rühmliche Ausnahme erwähnt. Dennoch ist die digitale Signalverarbeitung auch heute noch von großer Bedeutung, denn egal ob es um die Verarbeitung von Sprach-, Audio- oder Videosignalen, um Kommunikationsnetze, Radar, Digital Power, Regelungstechnik geht, die digitale Signalverarbeitung ist immer dabei. Was heute als selbstverständlich genommen wird, hat seine Ursprünge hinsichtlich einer neuen Architektur bereits 1980. Damals haben Taka Nishitani von NEC Electronics und John S. Thompson, der in den Bell Labs arbeitet, gleichzeitig die gleiche Idee. Denn beide haben unabhängig voneinander 1980 auf der ISSCC die ersten kommerziellen DSPs vorgestellt. Beide waren folgendes Problem angegangen: Konventionelle Mikroprozessoren waren für Algorithmen zur Verarbeitung von Signalen aus dem Sprachband in Echtzeit nur mäßig geeignet, also suchten sie nach Möglichkeiten, diese Probleme zu übergehen und modifizierten die Von-Neumann-Architektur. Sie setzten im Gegensatz dazu auf Hardware-Multiplier und einen geteilten Speicher. Damit konnte nicht nur der Zeitaufwand für eine Multiplikation, den typische General-Purpose-Prozessoren brauchten, deutlich reduziert werden, sondern auch das Laden der Operanden und das Speichern des Ergebnisses konnte mit diesem Ansatz in einem Instruktionszyklus erfolgen.

Takao Nishitani nahm den Preis selbst entgegen, John S. Thompson wurde per Video zugeschaltet.