Drei von vier FPGA-Anbietern bieten einen ARM-Core an Schafft ARM es, seinen Erfolg in der FPGA-Welt zu wiederholen?

ARM ist mittlerweile aus der Controller-Welt nicht mehr wegzudenken. Nur noch ganz wenige haben sich dem Trend verweigert und bieten keine ARM-basierenden MCUs an. Schafft ARM es, seinen Erfolg in der FPGA-Welt zu wiederholen? Wird ARM auch hier zum Defacto-Standard?

Wenn man bereits von einem Defacto-Standard sprechen will, weil drei von vier FPGA-Anbieter einen ARM-Core anbieten, dann hat es ARM geschafft, den FPGA-Markt aufzurollen. Zieht man aber in Betracht, dass die drei großen FPGA-Hersteller auch selbst entwickelte Prozessoren als Soft-Core-Varianten mit teils beachtlichem Erfolg ins Rennen schicken, und keiner von ihnen von dieser Strategie abweichen möchte, dann könnte man sagen: »Hier gibt es durchaus noch Ausbaupotential für ARM.« Bislang setzt nämlich nur der kleinste unter den Anbietern - Microsemi/Actel - ausschließlich auf ARM.

Altera

Altera bietet sogar nicht nur ARM und seinen eigenen »NIOS II« an, sondern ganz viele andere Prozessoren. So erklärt denn auch Bob Blake, Product and Corporate Marketing Manager bei Altera, man wolle im PLD-Markt das größte Portfolio an embedded Prozessoren anbieten. »Deshalb unterstützen wir bereits jetzt Soft-Cores von ARM, MIPS Technologies und Freescale Semiconductor. Darüber hinaus haben wir aber auch schon bekannt gegeben, dass wir noch eine Hard-Core-Variante des A9-Prozessors von ARM für unsere nächste FPGA-Generation anbieten wollen«, so Blake. Hinter dieser Strategie steckt die Überlegung, dass die Altera-Kunden wahrscheinlich den von ihnen bereits genutzten Prozessor samt Entwicklungsumgebung bei Altera wieder finden. »Wollen die Entwickler so einen Prozessorkern dann in eines unserer FPGAs integrieren, dann können sie ihre bereits geschriebene Software weiter verwenden und auch ihr vertrautes Tool-Ecosystem beibehalten - ein enormer Vorteil«, argumentiert Blake.

Aber es gibt noch andere Überlegungen, die diese Vielzahl sinnvoll erscheinen lassen. So weiß Blake zwar auch, dass ARM ein sehr populärer Prozessor-Provider in vielen Märkten ist, aber eben nicht in allen. Blake: »MIPS Technologies hält beispielsweise im Bereich Networking den größten Marktanteil.«

Xilinx

Der Erzfeind Xilinx verfolgt eine ganz andere Strategie: Vin Ratford, Senior VP Worldwide Marketing bei Xilinx, merkt denn auch mit Blick auf Altera an, dass es ziemlich schwierig sein dürfte, optimierte Lösungen zu liefern, wenn man gleich mehrere Prozessorarchitekturen von Drittunternehmen unterstützt. Xilinx setzt neben seinen eigenen Soft-Cores nur noch auf ARM, denn »ARM ist die dominierende Prozessorarchitektur in embedded Systemen, das bestätigen uns auch unsere Kunden.« Diese Tatsache habe dazu geführt, dass Xilinx selbstverständlich bei Zynq auf ARM und AMBA AX14 setzt. Ratford: »Die ARM-Prozessoren machen es uns möglich, direkter mit ASSPs und ASICs in Applikationen mittleren Volumens zu konkurrieren.« Allerdings heißt das für Ratford nicht, dass alle anderen Cores deshalb verschwinden müssten. Diese Aussage gilt natürlich auch für den eigenen Soft-Core »MicroBlaze«, aber eben auch für Prozessorarchitekturen, die von konkurrierenden Anbietern unterstützt werden.