Übernahme Rohm kauft Oki-Halbleiter

Rohm hat nach Möglichkeiten gesucht, sein Produktportfolio an ICs auszubauen, Oki wollte sein Halbleitergeschäft ausgliedern. Das passte gut: 95 Prozent der Aktien des Halbleiterbereichs von Oki wird Rohm übernehmen.

Der Wert der Transaktion beläuft sich auf 90 Mrd. Yen. Hatte Oki viele Logik-ICs in Foundries fertigen lassen, so will Rohm nun diese ICs in den eigenen Fabs produzieren, denn das Unternehmen setzt auf eine hohe Fertigungstiefe, um hohe Qualität und kurze Lieferzeiten bieten zu können (siehe dazu auch das Interview der Woche mit Christian Andre, President von Rohm Europa ab S. 14). Die Produktgruppen beider Unternehmen würden sich laut Satoshi Sawamura, Managing Director von Rohm, nur wenig überschneiden. Schon Anfang vergangenen Jahres hatte Oki das ASICGeschäft mit Embedded-Arrayund Standardzellen-Technologien in den USA an ChipX verkauft.

Oki’s Stärken liegen in Halbleiterspeichern wie den P2ROMs und im Foundry-Geschäft mit unterschiedlichen Prozesstechniken wie Hochvolt-Prozesse, Siliconon-Insulator und Wafer-Level- Chip-Size-Packaging. Oki Semiconductor beschäftigt rund 6000 Mitarbeiter.

Rohm kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. 1958 als Hersteller von elektronischen Komponenten gegründet, stieg das japanische Unternehmen 1967 in die Fertigung von Dioden und Transistoren ein, 1969 folgten ICs. Schon 1971 wagte Rohm die Expansion in die USA, was damals für japanische Unternehmen nicht selbstverständlich war. Im selben Jahr gründeten die Japaner die Rohm Electronics GmbH in Deutschland.

Heute beschäftigt Rohm 20.000 Mitarbeiter, unterhält eine 300-mm-Fab und hat im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatz von 3,7 Mrd. Dollar erzielt. Dazu trugen die ICs 43,6 Prozent bei, die diskreten Halbleiter 41,6 Prozent, Displays 8,5 Prozent und passive Komponenten 6,3 Prozent. 55 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Rohm in Asien außer Japan, 37 Prozent in Japan, 4,3 Prozent in Europa und 3,6 Prozent in den USA. Mehr als 2000 Ingenieure arbeiten heute im R&D-Bereich weltweit an der Entwicklung neuer Techniken und Produkte, von ICs über Nano-Bionics, neue Materialien, Materialien, bis zu Displays, Photonik, LED-Beleuchtungen und Verbindungshalbleitern. Um nahe am Kunden zu sein, unterhält Rohm weltweit Design- und Qualitätszentren, das europäische Qualitätszentrum ist in Willich ansässig. Insgesamt ist Rohm in Europa mit 13 Büros vertreten.