RF Energy Summit 2017 RF Energy auf dem Vormarsch

Dr. Klaus Werner, RFEA: »RF Energy hat das Potenzial, die Karten in vielen Industriebereichen neu zu mischen.«
Dr. Klaus Werner, Executive Director der RF Energy Alliance

Die Nachfrage wächst, die Preise sinken bereits. Doch noch gibt es einigen Erklärungsbedarf rund um die RF-Energy-Systems, die das Potenzial haben, ganze Industrien zu verändern.

»Über die nächsten fünf Jahre soll der RF-Energy-Markt auf 1 Mrd. Dollar wachsen«, sagt Markus Schäfer, Director Sales EMEA von MACOM, im Interview gegenüber Markt & Technik. Was hinter RF Energy steckt, wo die Technik zuerst Einsatz finden wird und was sie verändern wird, das sind einige der Themen des »SmarterWorld RF Energy Summit«, der am 17. Oktober 2017 in Erding bei München stattfindet. »Es gehen jetzt viele Bestellungen bei den Herstellern von Transistoren und kompletten Verstärkern ein. Dass die neue Technik große Vorteile bietet, ist bei vielen Anwendern bereits angekommen«, sagt Dr. Klaus Werner, Executive Director der RF Energy Alliance.

Das ist kein Wunder. Denn die Solid State RF Energy weist gegenüber den Magnetronen, die bisher die Mikrowellen zu unterschiedlichen Zwecken erzeugt haben, einige markante Vorteile auf. Deshalb werden sie beispielsweise in Mikrowellenöfen künftig Einsatz finden: Denn mit ihrer Hilfe kann das Gargut gesünder und präziser zubereitet werden. Darüber hinaus benötigen die Solid-State-RF-Energy-Systeme sehr viel niedrigere Spannungen und Energien, sie leben länger und sind verlässlicher als Magnetrone. Außerdem lassen sich mit RF-Energy-Systemen ausgestattete Mikrowellenöfen sehr viel einfacher ins IoT integrieren: Rezepte aus dem Internet zu laden, die wiederholbar sicher gelingen – unabhängig von der Menge der zubereiteten Speisen – und sich darüber in Social Media auszutauschen. Außerdem lassen sich ganz neue Märkte erschließen, etwa in reiskochern, wie sie in Asien beleibt sind. Neue Mini-Öfen für den Einsatz in Autos, für Wanderer und Camper ließen sich realisieren.

Mit all diesen Vorteilen…

… eignen sich die RF-Energy-Systeme aber auch für den Einsatz in vielen anderen Bereichen: Wärme-und Trocknungsprozesse (Holztrocknung, Nahrungsmittelindustrie, Abfallwirtschaft), in der Plasmabeleuchtung, in medizinischen Geräten und in Zündsystemen für Autos, um nur einige zu nennen. Schon weil die RF-Energy-Quellen viel weniger Platz wegnehmen, langlebiger sind und sich vor allem viel genauer steuern lassen als Magnetrone, bringen sie vielfältige Vorteile in Wärme- und Trockenanalgen. In der Medizintechnik erlauben sie es, ganz neue Behandlungsmethoden anzuwenden, als Alternative zu Zündkerzen können sie erhebliche Mengen an Kraftstoff sparen und die Schadstoffemission stark reduzieren. Plasmalampen haben gegenüber anderen Beleuchtungssystemen ihre ganz eigenen Vorteile. Die RF-Energy Systeme tragen mit dazu bei, dass sich die Plasmalampen nun ganz ähnlich ansteuern und ins IoT einbinden lassen, wie dies aus der Welt der LED-Beleuchtungen bekannt ist.

Um ein Ecosystem zu schaffen, innerhalb dessen die verschiedenen Hersteller ihre Komponenten für die Subsysteme mit unterschiedlichen Zielapplikationen kostengünstig auf den Markt bringen zu können, hat sich die RF Energy Alliance (RFEA) gebildet, wie Executive Director Klaus Werner erläutert. »Weil die Firmen vertreten sind, die das gesamte Ecosystem abdecken, wissen die Hersteller, in welche Richtung sie entwickeln sollen. So können sie sicher sein, nicht in die falsche Richtung zu entwickeln. Deshalb kommen fertige Produkte schnell auf den Markt und die Kosten werden schnell fallen.« Die RF Energy Alliance bringt also die beteiligten Firmen zusammen, um Roadmaps zu erstellen und die Leitplanken für künftige Entwicklungen festzulegen und ist einer der Sponsoren des SmarterWorld RF Energy Summit.

Diese Kooperation trägt bereits Früchte,…

...wie Dr. Klaus Werner sagt: »Die Preise für Transistoren und Verstärker sind auf einem Niveau angelangt, dass ich ursprünglich nicht so schnell kommen gesehen habe. Die Komponenten für die Subsysteme passen zusammen, die niedrigen Preise, die für hohe Stückzahlen erforderlich sind, können wir erreichen.«

Dennoch bleiben Hürden zu überwinden, wie Klaus Werner erklärt: »Hier spielen die Systemintegratoren eine große Rolle. Von denen gibt es aber bisher relativ wenige. Auf der Seite der potenziellen Anwender fehlt im Moment noch das Know-how. Es gibt sicherlich noch erheblichen Erklärungsbedarf seitens der Hersteller.«