Renesas Electronics Renesas Autonomy – von ADAS bis zum autonomen Fahren

Der R-Car V3M ist das erste »Renesas autonomy«-SoC
Der R-Car V3M ist das erste »Renesas autonomy«-SoC

Renesas Electronics bringt sich in Stellung, um an den derzeitigen und zukünftigen Wachstumstreibern im Automotive-Markt besonders gut partizipieren zu können. Mit „Renesas Autonomy“ bündelt das Unternehmen alle Aktivitäten rund um die Themen ADAS und autonomes Fahren.

Bereits heute gibt es in vielen Fahrzeugen eine Vielzahl von ADAS-Anwendungen (ADAS: Advanced Driver Assistance System, Fahrerassistenzsystem). Antiblockier-Systeme (ABS) gehören mittlerweile zur Standardausstattung, aber auch andere Systeme wie automatische Distanzregelung (ACC), Umfeldbeobachtung (Front Assist), Spurhalte- und Parkassistent (Lane/Park Assist) oder proaktive Insassenschutzsysteme, Spurwechselassistent (Side Assist) und Rückfahrkamera (Rear View), Bremsassistent, Einparkhilfe und Abstandsregelautomat bahnen sich unaufhaltsam den Weg in die Fahrzeuge – derzeit vorwiegend noch in der Premiumklasse, aber es ist abzusehen, dass sie fast alle irgendwann zur Standardausstattung gehören. Der ADAS-Bereich ist also durchaus ein interessanter Absatzmarkt. Heute schon und auch in den nächsten Jahren wird sich das nicht ändern. Laut Strategy Analytics gehören ADAS-Systeme bis 2020 zu den größten Wachstums-treibern im Automotive-Markt: Bis 2020 soll ein Plus von 17 Prozent pro Jahr möglich sein – neben Hybrid/Elektrofahrzeuge das größte Wachstum im Automotive-Markt.

Bislang unterstützen Fahrerassistenzsysteme (ADAS) den Fahrer. Sie helfen ihm in kritischen Situationen, wirken einem möglichen Fehlverhalten entgegen und verringern so das Unfallrisiko beziehungsweise die Unfallschwere. In Zukunft, wenn immer mehr dieser Helferlein ins Fahrzeug wandern, können Fahrzeuge mit ihren Systemen nicht nur als Assistenz fungieren, sondern immer mehr Aufgaben selbständig durchführen, ohne dass der Fahrer noch gebraucht wird. Und noch etwas weiter in die Zukunft geblickt, steht das autonome Fahren auf der Agenda. Zeitlich gesehen, geht Jean-Francois Chouteau, Vice President Global ADAS Centre von Renesas Electronics, davon aus, dass ab 2020 automatisiertes Fahren an Fahrt aufnehmen wird. Ins Volumen sollen Fahrzeuge, die automatisiertes Fahren erlauben, bereits 2022 gehen. Und dann dürfte es auch nicht mehr lange dauern, bis die ersten autonomen Fahrzeuge auf die Straße kommen. Wie jeder weiß, arbeiten diverse Unternehmen an autonom fahrenden Autos. Erst kürzlich hat Apple die Erlaubnis erhalten, autonome Fahrzeuge zu testen.

Es ist bekannt, dass in der etablierten Automotive-Industrie die Entwicklungszeiten lang sind. Deshalb hält es Renesas Electronics heute für den richtigen Zeitpunkt, sich für diese zwei Applikationsbereiche – ADAS und autonomes Fahren – in Position zu bringen. Das Unternehmen ist davon überzeugt, im Vergleich zu vielen konkurrierenden Herstellern – etablierte Player wie Newcomer – eines der ganz wenigen zu sein, die in allen Punkten die Anforderungen für ADAS und autonomes Fahren abdecken können.

Genau das soll „Renesas autonomy“ wider-spiegeln. Unter „Renesas autonomy“ verbirgt sich skalierbare Hardware für die Datenerfassung, für Sensorfusion, für die Entscheidungsfindung und die Steuerung.

Hinzu kommen Hardware- und Software-Tools, Betriebssysteme, Middleware und Software-Treiber, bis hin zur Applikations-Software, die dem Entwickler entweder von Renesas selbst oder über das Renesas R-Car Konsortium zur Verfügung steht.

Die Vorteile von Renesas autonomy
im Einzelnen

  • Skalierbar: Die Produktfamilien sind skalierbar aufgebaut, so dass dem Entwickler Komponenten mit unterschiedlichen Leistungsmerkmalen, und Preisen zur Verfügung stehen. Damit kann er mit ein und derselben Hardware-Plattform Systeme vom Low-End bis zum High-End realisieren. Das heißt: Bereits getätigte Entwicklungsinvestitionen lassen sich mehrfach nutzen, und die Markteinführungszeiten können verkürzt werden.
  • Funktionale Sicherheit: Als etablierter Automotive-Supplier verfügt Renesas über eine langjährige Erfahrung, wenn es um die Realisierung sicherheitskritischer Funktionen geht: Bereits 2008 wurden erste Sicherheitsfunktionen in die Controller aus der P-Serie implementiert; die 2015 auf den Markt gekommene R-Car-SoC-Familie wurde gemäß den Vorgaben der ISO 26262 entwickelt. Hinzu kommen ein sicheres Betriebssystem und ein integriertes Sicherheitskonzept. Das ist wichtig, denn immer mehr ADAS-Systeme sind sicherheitskritisch. Funktionale Sicherheit ist also ein Muss – etwas, das im noch viel stärkeren Ausmaß für das autonome Fahren gilt.
  • Qualität: Das Unternehmen legt seit eh und je höchsten Wert auf hohe Zuverlässigkeit seiner Bausteine – einem japanischen Unternehmen entsprechend eben. Das hat deutliche Vorteile für die Anwender: Sie erhalten Komponenten, die immer das können, was im Worst-Case angegeben ist. Das spiegelt sich beispielsweise in einer Defektrate von unter 0,1 ppm für die fortschrittlichsten MCUs wider.
  • Zukunftssicher: Renesas hat ADAS und autonomes Fahren zu strategisch wichtigen Wachstumssegmenten gemacht. Demzufolge stehen den OEMs/Tier-Ones die entsprechenden Roadmaps für die Hardware zur Verfügung, damit sie auch wissen, womit sie in Zukunft rechnen können.
  • Richtige Balance zwischen Rechenleistung und Leistungsaufnahme: Auch wenn ADAS-Anwendungen zum Teil höchste Performance benötigen, ist es der falsche Ansatz, nur auf schiere Rechenpower zu setzen. Im Automotive-Bereich ist vielmehr die richtige Kombination zwischen Rechenleistung und Leistungsaufnahme von entscheidender Bedeutung. Deshalb setzt Renesas bei seinen SoCs nicht nur auf leistungsfähige Prozessorkerne, sondern auch auf dedizierte Hardware-Beschleuniger, so dass sich die Komponenten in der Summe nicht nur durch hohe Rechenleistung, sondern eben auch durch möglichst geringe Leistungsaufnahme auszeichnen.
  • Komplettlösung: „Renesas autonomy“ umfasst Hard- und Software, die auf offenen Standards und einem umfassenden Ecosystem basieren. Somit können sich die OEMs/Tier-Ones genau darauf konzentrieren, was ihnen wichtig ist, angefangen bei einem kurzen Time-to-Market über geringe Kosten bis hin zu ausgeklügelten Algorithmen. Setzt einer auf kürzestes Time-to-Market, kann er auf das Renesas R-Car Konsortium zurückgreifen, das derzeit weltweit rund 195 Technologiepartner umfasst. Natürlich sind nicht alle im Automotive-Bereich angesiedelt, aber bekannte Namen wie TTTech, intempora oder omniVision aus den Bereichen ADAS und autonomes Fahren sind zu finden. Darüber hinaus wird das Ecosystem stetig größer, so dass in Zukunft weitere Partner auf der Liste zu finden sein werden. „Renesas autonomy“ ist aber mehr als eine Theorie: Mit R-Car V3M gibt es bereits die erste Realisierung.