Kommt es zur 100-Mrd.-Dollar-Übernahme? Qualcomm wehrt sich gegen Broadcom

Qualcomm Headquarter im kalifornischen San Diego.
Qualcomm Headquarter im kalifornischen San Diego: Das Unternehmen wehrt sich gegen die Übernahme durch Broadcom.

Einstimmig lehnt der Aufsichtsrat von Qualcomm die elf Personen ab, die Broadcom und Silver Lake Partners in den Ausichtsrat wählen lassen wollen.

Broadcom und Silverlake Partners hatten eine Liste mit elf Kandidaten veröffentlicht. Genau elf Personen umfasst der Aufsichtsrat von Qualcomm. Also wollten sie die Aktionäre davon überzeugen, die Broadcom-Kandidaten zu wählen, um so das Ruder bei Qualcomm übernehmen zu können. Denn dieser Aufsichtsrat würde dann dem Übernahmeangebot von Broadcom und Silver Lake zustimmen.

Das will Qualcomm auf jeden Fall verhindern. Deshalb hat das Governance Committee des Aufsichtsrats festgestellt, dass alle Kandidaten keinerlei neue Fähigkeiten in das Unternehmen einbrächten. Die Kontrolle übernehmen zu wollen, sei also nicht gerechtfertigt.

Durchsichtiges Manöver

Denn das ganze Manöver hätte nur ein Ziel: Das Übernahmeangebot in Höhe von 102 Mrd. Dollar anzunehmen. Dieses Angebot aber sei dreist, denn damit werde Qualcomm dramatisch unterbewertet.

Ganz abgesehen davon, dass das jetzige Board von Qualcomm das Übernahmeangebot für völlig unrealistisch hält, weil schwere regulatorische Bedenken bestünden. Sie auszuräumen, würde mindestens 18 Monate in Anspruch nehmen – wenn sie denn überhaupt zu lösen seien. Auch die Finanzierung der Übernahme sei bisher offen.

Dagegen schlägt der Aufsichtsrat von Qualcomm alle Personen zur Wiederwahl auf der nächsten Aufsichtsratssitzung vor, die das Amt schon bisher innehatten. Alle bisherigen Mitglieder des Aufsichtsrats brächten ein tiefes Verständnis des weltweiten IP- und Lizenzierungsgeschäfts sowie der Halbleiterindustrie und der verwandten Branchen mit. Die Mitglieder haben überwacht, wie Qualcomm seine Strategie entwickelt und ausgeführt hat und wie Qualcomm seine führende Rolle in den Märkten Mobilkommunikation, IoT, Automotive, Edge-Computing und Netzwerke vorantreibt. Der Übergang zu 5G sei dabei ein wesentliches Element. Das Board of Directors wolle so seiner Rolle treu bleiben, für profitables Wachstum und maximale Wertsteigerung für die Aktionäre zu sorgen.