Tsinghua Unigroup verschnupft Qualcomm gründet Joint-Venture in China


Cristiano Amon, Executive Vice Preisdent von Qualcomm Technologies: »JLQ Technology zeigt, dass wir uns langfristig im Mobilfunkmarkt in China engagieren, in neue Marktsektoren vordringen und neue Kunden ansprechen wollen.«
Cristiano Amon, Executive Vice Preisdent von Qualcomm Technologies: »JLQ Technology zeigt, dass wir uns langfristig im Mobilfunkmarkt in China engagieren, in neue Marktsektoren vordringen und neue Kunden ansprechen wollen.«

Qualcomm hat in China ein Joint-Venture gegründet, das Smartphone-Chips fertigen soll. Die Tsinghua Unigroup ist wenig begeistert.

»Das Joint-Venture JQL TEchnologiy mit chinesischen Technologie- und Investment-Partnern wird der IC-Industrie in China einen neuen Schub geben«, sagt William Sun, General Manager von JAC Capital. Neben JAC Capital werden Leadcore Technology (eine Tochter von Datang Telecom Technology) und Wise Road Capital Partner von Qualcomm (China) Holding sein. Der IC-Industrie in China neuen Schub zu geben, dürfte der Hintergrund der Aktion sein.

Was nicht allen in China gefällt. Laut einem Bericht der Digitimes hat sich Zhao Wheiguo, Chairman der Tsinghua Unigroup, darüber beschwert, dass die Wettbewerbsfähigkeit von Spreadtrum beschädigt würde, die die Tsinghua Unigroup 2013 in China gekauft hatte. Ende 2015 verkündete Zhao Weiguo sein Ziel, zur weltweiten Nummer 3 in der Halbleiterindustrie aufsteigen zu wollen. Über die nächsten fünf Jahre wolle er 45 Mrd. Dollar ausgeben, um führende Halbleiterhersteller zu übernehmen. Wenn das nicht möglich sei, wolle er mit ihnen kooperieren und Joint-Ventures bilden. Nachdem die Übernahme von Micron 2015 gescheitert war, wollte die Tsinghua Unigroup Anfang dieses Jahres  54-Mrd. Dollar eigene Speicher-IC-Fabs investieren, später wollten die China Development Bank und der Integrated Circuit Investment Fund weiteres Geld zuschießen, alles mit dem Ziel, eine eigene chinesische Halbleiterindustrie aufzubauen.

Diese Pläne sieht Zhao Wheiguo jetzt wohl gefährdet, weil sich chinesische Investment-Firmen mit Qualcomm einlassen. Das taten auch schon andere staatliche Stellen. So investierte die Provinz Guizhou im Januar 2016 rund 280 Mio. Dollar in ein Joint-Venture mit Qualcomm, das Chips für Server fertigen soll.