Toshiba Plan B zur vorläufigen Rettung

In Yokkaichi fertigt Toshiba den Großteil seiner Speicherbausteine wie etwa 3D-NAND-Flash.
In Yokkaichi fertigt Toshiba den Großteil seiner Speicherbausteine wie etwa 3D-NAND-Flash-ICs.

Kann Toshiba die Speicher-Tochter rechtzeitig verkaufen, um sich zu retten? Falls nicht, will Toshiba jetzt über 5 Mrd. Dollar Investorengeld auftreiben.

Der Board of Directors von Toshiba hat beschlossen, 5,35 Mrd. Dollar (600 Mrd. Yen) von rund 60 Investoren wie Effisimo Capital Management einzusammeln, um auch dann zu verhindern, die Börse von Tokio verlassen zu müssen, falls der Verkauf der Speichertochter Toshiba Memory nicht bis März 2018 über die Bühne geht. Denn das Geld bräuchte Toshiba dringend: Wenn es nicht rechtzeitig eintrifft, würde das Unternehmen länger als zwei Jahre ein negativen Eigenkapital ausweisen müssen – nach den Regeln der Börse von Tokio dürfte ein solches Unterhemen nicht mehr dort notiert werden. Nun arbeitet der Aufsichtsrat also an einem Plan B.

Toshiba will Aktien mit einem Abschlag von 10 Prozent auf den aktuellen Preis an die Investoren verkaufen. Das so aufgebrachte Geld würde rund der Hälfte der gegenwärtigen Marktkapitalisierung entsprechen. Ohne zusätzliches Geld würde Toshiba das Eigenkapital Ende März 2018 auf minus 750 Mrd. Yen beziffern müssen. Gelänge der Aktienverkauf, so könnte das Eigenkapital wieder in den positiven Bereich gebracht werden können, auch wenn der Verkauf an das Konglomerat um Bain Capital bis Ende März 2018 noch nicht vollzogen sein sollte.

Allerdings würden erst die 18 Mrd. Dollar aus dem Verkauf von Toshiba Memory das Unternehmen in die Lage versetzen, nicht nur zu verhindern, die Börse von Tokio verlassen zu müssen, sondern auch den so dringend benötigten Restrukturierungsplan umsetzen zu können, um aus dem Rest von Toshiba wieder ein hoffentlich florierendes Unternehmen zu machen.

Doch vieles spricht dafür, dass der Verkauf von Toshiba Memory in der kurzen Zeit bis Ende März nicht vollzogen werden kann. Nicht nur wegen des anhaltenden Widerstandes von Western Digital (WD), die juristisch gegen den Verkauf vorgeht, sondern auch wegen den Anti-Trust-Untersuchungen, die jetzt anlaufen und sich hinziehen können.