Experten abgeworben Nanya warnt vor Speicher-IC-Herstellern aus China

Nanya Technology befürchtet, dass die Investitionen Chinas in Speicherchips den im Moment gesunden Wettbewerb schaden könnten

Chinas aggressiver Ausbau der eigenen Fertigung von Speichern könnte laut Nanya für weltweite Überproduktion und blutigen Verdrängungswettbewerb sorgen.

Auch dass China emsig darum bemüht ist, gut ausgebildete Ingenieure für die eigene Sache von ausländischen Firmen zu gewinnen, erfüllt Lee Pei-Ing, President von Nanya Technologies, mit Sorge, wie die Nekkei Asian Review berichtet. Chinesische Firmen hätten bereits Experten von Nanya und Micron abgeworben. Beide Unternehmen befürchten jetzt sogar den Verrat von Firmengeheimnissen.

»China investiert aggressiv, um eigene Speicher-Fabs zu bauen. Wenn es China gelingt, Technologie von weltweit führenden Herstellern zu lizenzieren, könnte das zu einer ernsten Überproduktion führen. Der jetzt gesunde Wettbewerb könnte sich zu einem unkontrollierbaren Kampf entwickeln«, hatte er laut Nekkei Asian Review auf einer Pressekonferenz erklärt.

Was passiert, wenn chinesische Firmen investieren, sei in anderen Märkten wie Displays, LEDs, Solarmodulen und Stahl zu sehen gewesen. Deshalb seien die meisten Speicher-IC-Hersteller wenig geneigt gewesen, Lizenzen zu vergeben. Täten sie das doch, könnte sie den Markt innerhalb von zwei Jahren völlig durcheinander wirbeln. Wenn nicht, benötigte die chinesische Halbleiterindustrie noch viele Jahre, um aufzuholen.

In China planen Unternehmen wie Hefei Chang Xin und die zur gehörende Yangtze River Storage Technology (auch als Changjiang Storage bekannt), schon 2018 die Produktion von Speicher-ICs aufnehmen.

Nanya Technology gehört zur Formosa Plastics Group, dem größten Industrie-Konglomerat von Taiwan, und ist nach Samsung, SK Hynix und Micron der viertgrößte Hersteller von DRAMs.