Texas Instruments Nach OMAP und DaVinci folgt jetzt Integra

Blockschaltbild zu den neuen Integra-Prozessoren C6A816x
Blockschaltbild zu den neuen Integra-Prozessoren C6A816x

Texas Instruments kombiniert seit langem eigene DSP-Kerne mit diversen ARM-Prozessor-Cores. Zuerst kam OMAP, dann folgte DaVinci und jetzt kommt Integra. Die jüngste Familie stellt die Kombination aus einem Cortex-A8-Kern von ARM und einem C674-DSP-Kern aus der eigenen C6000-DSP-Familie dar, beide mit jeweils 1,5 MHz getaktet.

»Mit dieser Familie zielen wir auf den Industriemarkt«, erklärt Huy Pham, Marketing Manager für die C6000 & Integra DSP+ARM Prozessoren von Texas Instruments (TI). Der Ansatz erinnert stark an die OMAP35x-Plattform, die TI Anfang 2008 vorstellte und mit der das Unternehmen alle Anwendungen jenseits der drahtlosen Kommunikation bedienen wollte. Auf diesen Produkten war allerdings nur ein Cortex-A8 mit NEON-Co-Prozessor integriert, die maximale Taktfrequenz betrug 600 MHz, die Rechenleistung war mit 1.200 DMIPS spezifiziert.

Jetzt steht den Entwicklern deutlich mehr Rechenleistung zur Verfügung, da zum einen die Taktfrequenz deutlich nach oben gedrückt wurde und in diesem Fall nicht nur die DSP-Erweiterung des ARM-Prozessors (NEON) zur Verfügung steht, sondern ein eigener DSP-Kern.

Die Integra-Familie besteht aus zwei Produkten: Den C6A8168 und C6A8167. Der einzige Unterschied zwischen beiden Prozessoren besteht darin, dass TI beim C6A8168 noch zusätzlich eine 3D-Graphik-Engine integriert hat, die bis zu zwei hoch auflösende Displays und komplexe GUIs unterstützen kann. Pham: »Die Prozessoren eignen sich ideal für Anwendungen, die hohe Anforderungen an die Signalverarbeitung stellen, gleichzeitig aber auch mit Betriebssystemen wie Linux, Windows oder Android ausgestattet sind.« In diesem Zusammenhang verweist er beispielsweise auf industrielle Bildverarbeitung, hochwertige Mess- und Testgeräte oder medizinische Bildgebung.

Neben den Rechenkernen stehen noch diverse Peripheriefunktionen zur Verfügung, angefangen bei PCIe (zwei Slots), über zwei USB 2.0 Ports, bis hin zu zwei Gigabit-Ethernet-MACs. An seriellen Schnittstellen stehen drei McASP, ein SPDIF, ein McBSP, zwei I2C, drei UARTs und ein SPI zur Verfügung. Zur Anbindung an externe Speicher ist auf dem Chip zwei DDR2/DDR3-Schnittstellen mit bis zu 1,6 GHz, zwei SATA2-Schnittstellen, SDIO/SC und ein asynchrones EMIF/NAND-Interface.

Daneben hat TI auch noch eine abgespeckte Version der Integra-Prozessoren präsentiert: Die AM389x-Prozessoren aus der Sitara-Familie, die auch auf dem Cortex-A8 basieren, ebenfalls mit 1,5 GHz getaktet sind und über die gleichen Peripherieblöcke verfügen wie der Integra-Prozessor. Mögliche Anwendungsgebiete sieht Pham beispielsweise in der Automatisierungstechnik für die Realisierung des Mensch-Maschine-Interfaces oder für die Realisierung eines Single-Board-Computer. Aber auch Anwendungen in der Datenübertragung wie Router oder Gateways können vom Einsatz dieses hoch getakteten Chips profitieren.

Alle vier neuen Prozessoren werden durch ein einziges Hardware-Evaluierungsmodul (EVM) und ein einziges TI EZ Software-Entwicklungs-Kit (EZ SDK) unterstützt. Laut Pham ist mit diesen Kits ein schneller Einstieg in nur wenigen Minuten möglich, und in weniger als einer Stunde kann mit der Entwicklung begonnen werden.