Trends Miniaturisierung und Spezialisierung bei Quarzen und Oszillatoren

Miniaturisierung und Spezialisierung - das sind die technischen Trends für Quarze und Oszillatoren. Neben dem allgemeinen Trend, immer mehr Funktionen in kleinste Bauformen zu packen, entwickeln die Hersteller zunehmend spezifische Bauteile, deren Eigenschaften auf das Anforderungsprofil einzelner Märkte abgestimmt sind.

»In den kommenden zwei Jahre werden die Gehäusegrößen für Quarze und Oszillatoren weiter schrumpfen und eine Größe von 1,0 x 1,0 mm erreichen«, prognostiziert Anke Allen, Business Development Executive beim Hersteller IQD. Im Moment liegen die gängigen Gehäusegrößen noch bei 7 x 5 mm, 5 x 3,2 mm und 3,2 x 2,5 mm. Kleinere Abmessungen sind bereits erhältlich.

Petermann Technik bietet beispielsweise SMD-Quarze in einer Größe von 1,6 x 1,3 mm bis 52 MHz, und Jauch Quartz arbeitet an der nächsten Quarz-Generation von 1,6 x1,2 mm und an Oszillatoren mit einer Gehäusegröße von 2,0 x 1,6 mm. »Außerdem sind wir dabei, einen neuen Fertigungsprozess zu entwickeln, um Blanks mit einer Kantenlänge kleiner 0,9 mm bearbeiten zu können«, schildert Jauch-Geschäftsführer Nándor Forgács. »Dabei erreichen wir die Grenze, bei der eine Quarzscheibe mechanisch bearbeitet werden kann.«

Neben der Tendenz, mehr und mehr Funktionen in kleinste Bauformen zu packen, erkennt Stephan Hartmann, Department Manager der Quarzabteilung, Epson Europe Electronics, noch einen anderen Trend: Die Hersteller entwickeln zunehmend spezifische Bauteile, deren Eigenschaften auf das Anforderungsprofil einzelner Märkte abgestimmt sind. Hinzu kommt, dass noch kleinere Abmessungen nicht in allen Bereichen erforderlich sind: Während die Consumer-Elektronik – und teils auch die Medizinelektronik - stark miniaturgetrieben ist, spielt diese Eigenschaft beispielsweise in weiten Teilen der Industrieelektronik und der Luft- und Raumfahrt keine entscheidende Rolle. Hier geht es laut Harald Rudolph, Leiter Produktmanagement, KVG Quartz Crystal Technology, vielmehr darum, die technische Leistungsfähigkeit der Taktgeber, wie Frequenzstabilität, Phasenrauschen, Phasenjitter und G-Sensitivity, zu optimieren und nicht in erster Linie darum, immer kleinere Bauformen auf den Markt zu bringen. Interessant ist auch das steigende Qualitätsbewusstsein der Kunden. So verzeichnet der Spezialdistributor WDI eine zunehmende Nachfrage nach Produkten in der Automotive-Norm auch für den Einsatz in industriellen Anwendungen.