Freescale Semiconductor/NXP Semiconductors Merger steht kurz vor dem Abschluss

In den nächsten Monaten wird es im Halbleitermarkt noch zu weiteren Konsolidierungen kommen.
In den nächsten Monaten wird es im Halbleitermarkt noch zu weiteren Konsolidierungen kommen.

Anfang März 2015 hatte NXP Semiconductors angekündigt, Freescale Semiconductor für knapp 12 Mrd. Dollar übernehmen zu wollen. Markt&Technik fragte bei Steve Wainwright, General Manager EMEA von Freescale Semiconductor, nach dem Stand der Dinge.

Markt & Technik: Als die Übernahme angekündigt wurde, hieß es, dass die Transaktion spätestens im November abgeschlossen sein soll, jetzt ist es Dezember. Wie also sieht der Status quo aus?

Steve Wainwright: Dass wir den November-Termin nicht halten konnten, liegt einfach an der Bürokratie, die mit solch einer Übernahme verbundenen ist. Die Übernahme musste von drei Regulierungsbehörden in Europa, in China und in den USA genehmigt werden. Sie arbeiten nicht zusammen, sondern jede Behörde arbeitet unabhängig von der anderen, fällt eigene Entscheidungen und das mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Diese Vorgänge brauchen einfach ihre Zeit. Letzten Freitag, den 27.November, hat NXP aber veröffentlicht, dass alle Genehmigungen erteilt sind und der Merger am 7. Dezember stattfinden soll. Damit sind wir nahezu im angestrebten Zeitfenster.

Markt & Technik: Freescale hat rund 17.000 Mitarbeiter, NXP kommt auf zirka 25.000 Mitarbeiter, minus der 2000 Mitarbeiter, die durch den Verkauf des HF-Geschäfts bereits weggefallen sind. Wie viele Mitarbeiter werden nach dem Merger noch für das neue Unternehmen arbeiten?

Wainwright: Die große Mehrheit. Wenn ein Halbleiterunternehmen über einen großen Mitarbeiterstamm verfügt, dann liegt das immer an der Fertigung, denn damit steigt die Mitarbeiteranzahl deutlich. Sowohl Freescale als auch NXP nutzen noch eigene Fertigungsstätten.

Markt & Technik: Der Anteil der Eigenfertigung sinkt aber?

Wainwright: Sie werden überrascht sein: Freescale fertigt 50 Prozent seiner Wafer in unseren Fabriken in Chandler und in Austin, dazu kommt noch das ganze Backend mit Test und Assembly. Unsere größte Fab steht in Kuala Lumpur/Malaysia und dort findet ausschließlich Packaging und Test statt. Auch NXP hat Wafer-Fabs sowie Packaging- und Assembly-Fabs. Wir schließen keine Fabs, wir kündigen keine Produktlinien ab und deshalb wird sich die Mitarbeiteranzahl zwangsläufig nicht signifikant verringern.