IHS: Konjunkturdelle in China bremst auch 2016 auf das Wachstum des MEMS-Marktes MEMS-Mikrophone trotzen dem Preisverfall

Laut IHS Technology wirkt sich die schwindende Wirtschaftsdynamik Chinas auf alle MEMS-Anwendungsbereiche aus. Die MEMS-Spezialisten, die in den letzten Jahren am stärksten von China profitiert haben, leiden nun. Mittelfristig erwartet IHS trotzdem ein durchschnittliches Jahreswachstum von 7,6 %.

In seinen jüngsten Marktanalysen geht Jérémie Bouchaud, Director Automotive & Industrial Semiconductors, Sensors bei IHS, davon aus, dass der MEMS-Weltmarkt das Jahr 2015 mit einem Umsatzvolumen von über 10 Milliarden Dollar abgeschlossen hat. Für den Zeitraum bis 2019 erwarten die Analysten von IHS ein durchschnittliches jährliches Wachstum des MEMS-Marktes von 7,6%. Folgt man diesen Prognosen, würde das den globalen MEMS-Umsatz bis 2019 auf knapp 14 Milliarden Dollar schrauben. 

Mit zweistelligen Wachstumsraten rechnen die Marktforscher bis 2019 in drei Anwendungsbereichen: Consumerelektronik und Mobilgeräte, Medizinische Geräte sowie das Segment der drahtlosen Kommunikation. Mit 13,4% fallen die Wachstumserwartungen dabei für Konsumelektronik und mobile Geräte am höchsten aus. Bricht man die Wachstumsdynamik auf einzelne MEMS-Produkte herunter, zeigt sich, dass mit zweistelligen Wachstumsraten nur noch bei BAW-Filtern und MEMS-Mikrophonen zu rechnen ist.

Für Beschleunigungssensoren und Gyros fallen die Wachstumserwartungen dagegen flach aus. »Nach unserer Einschätzung hat der Markt für Druck- und Bewegungssensoren 2012/13 sein Umsatzmaximum überschritten«, erläutert Bouchaud, »hier lassen sich inzwischen klare Sättigungseffekte erkennen, die durch die jüngsten Dellen der Wirtschaftsentwicklung in China noch verstärkt wurden«.

Bouchaud weist in diesem Zusammenhang auf den deutlichen Preisverfall für MEMS in den letzten Jahren hin: »Wer heute Beschleunigungssensoren in großen Mengen kauft, bezahlt in etwa 20 US-Cents oder weniger dafür. Bei Drucksensoren liegen die Preise bei hohen Auftragsvolumina inzwischen in etwa bei 30 US-Cents.«

Bouchaud: »MEMS-Mikrophone sind bislang die einzige MEMS-Produktgruppe, der es gelungen ist, durch ständige Neuerungen und Verbesserungen einen dramatischen Preisverfall zu verhindern.« Konkret bedeutet das vor allem, dass die Spezialisten im Bereich der MEMS-Mikrophone immer weiter an der Schraube der Rauschunterdrückung gedreht haben – ein entscheidendes Feature vor allem für Anwendungen, in denen mehrere Mikrophone zum Einsatz kommen und sich das Rauschen aufschaukeln würde.

Während klassische ECM-Mikrophone, wie sie bei Apple bis zum iPhone 3Gs zum Einsatz kamen, mit einer Rauschunterdrückung von 59 dB aufwarten konnten, lagen die Rauschunterdrückungswerte der zwei MEMS-Mikrophone, die im iPhone 4 und 4s zum Einsatz kommen, bereits bei 62 bis 63 dB. Im aktuellen iPhone 6s befinden sich insgesamt vier MEMS-Mikrophone, deren Rauschunterdrückungswerte bis zu 66 dB erreichen.

Und es geht noch weiter, wie Bouchaud bestätigt: »Die nächsten Performance-Sprünge werden sich wohl im Bereich von 68 bis 70 dB und von 72 bis 75 dB bewegen.« Und das muss noch nicht das Ende sein. Mit optischer Detektion der Mikrophon-Membran-Schwingung, an der z.B. Silicon Audio arbeitet, dürfte es möglich sein, Rauschunterdrückungswerte bis 85 dB zu realisieren.

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