Maxim MEMS-Know-how für die Medizinelektronik

Steve LaJeunesse, Maxim Integrated Products: »In Zukunft werden wir unser MEMS-Know-how auch in optische und bewegungssensorische Medizinelektroniklösungen einfließen lassen.«

Ausgehend von einer führenden Stellung bei der Realisierung der kompletten Signalkette bei bildgebenden Verfahren für die Medizin sowie Sicherheits- und Authenifizierungslösungen im Klinikbereich, entwickelt Maxim Lösungen für den Wachstumsmarkt des Patientenmonitorings.

Konzentrierte sich Maxim Integrated Products in den letzten fünf Jahren bei seinen Investitionen in den Business-Bereich Medical auf Verbesserungen der Signalkette bei bildgebenden Verfahren oder Lösungen zur Umsetzung der neuen Sicherheitsvorschriften bei isolierten Wandlern, gemäß der neuen IEC 60601 Standards, so nutzte das Unternehmen sein umfangreiches Produktportfolio zuletzt auch dazu, Lösungen für sich neu abzeichnende Medizinelektronikanwendungen zu entwickeln.

Das Marktforschungsinstitut ABI Research geht davon aus, dass bereits bis zum Jahr 2016 ein Marktbedarf von jährlich über 100 Mio. Stück an Telemedizin-Fitness-Shirts bestehen wird. Die Idee dieses Hemdes steht stellvertretend für einen neuen Ansatz der präventiven medizinischen Versorgung, mit dem sich Kosten für die gesundheitliche Versorgung nach Einschätzung von Experten auf ein Zehntel der bisherigen Kosten reduzieren lassen.

Zusammen mit Clearbridge VitalSigns und Orbital Research hat Maxim Ende 2012 ein Referenzdesign für ein solches »Fit-Shirt« entwickelt. Das hochintegrierte High-Tech-Hemd nimmt mit drei Ableitungen ein EKG auf, misst die Körpertemperatur und registriert Körperbewegungen. Alle notwendigen Diagnosehilfsmittel sind in das Shirt integriert. Bestandteil des »Fit-Shirts« sind Trockenelektroden-EKG-Technik, komplexe Signalverarbeitung, ein Temperatur- und Bewegungssensor, ein sehr wenig Strom aufnehmender Mikrocontroller sowie Elektronik für die drahtlose Kommunikation.

Maxims Beitrag zu diesem Referenzdesign sind der Mikrocontroller MAXQ622 mit extrem niedriger Leistungsaufnahme, das Power-Management-IC MAX8671 zur Erzeugung und Steuerung einer rascharmen Spannungsversorgung für die verschiedenen Sensorsysteme, der Temperatursensor MAX6665 mit ebenfalls geringer Leistungsaufnahme und der Möglichkeit der Plug-and-Play-Integration in das System sowie der USB Protector MAX3204 für eine sichere Handhabung und den Schutz der Elektronik etwa vor Überspannungen oder elektrostatische Entladungen.

»Wir haben vor etwa zwei Jahren damit begonnen, uns verstärkt dem Zukunftsmarkt des Tele-Monitorings, und hier speziell der am Körper getragenen Lösungen zuzuwenden, erläutert Steve LaJeunesse, Strategic Marketing Manager Medical Equipment Segment bei Maxim Integrated Products, »das Produkt unserer Anstrengungen haben wir dann letztes Jahr auf der electronica in München einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt«.

Vor den Aktivitäten im Bereich »Fit-Shirt« hatte sich das Unternehmen lange Zeit unter anderem auf den Bereich der medizinischen Bildgebung fokussiert. Neben dem Bereich der Bildgebung erarbeitete sich das Unternehmen im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte eine führende Stellung auf dem Gebiet der Sicherheits- und Authentifizierungslösungen im Medizinelektronikmarkt.

Aus dem mehr als 6300 Produkte umfassenden Gesamtportfolio von Maxim kamen dabei neben robusten High-Voltage-Produkten hochauflösende, rauscharme Analog-ICs und Sicherheitsmikrocontroller, Batteriemanagement-ICs sowie Sensoren und Konverter zum Einsatz. »Zu unseren Stärken im Bereich medizinelektronischer Lösungen zählt, dass wir in der Lage sind, praktisch die gesamte Signalkette realisieren zu können«, hebt LaJeunesse die One-Stop-one-Buy-Möglichkeiten seines Unternehmens für Entwickler aus dem Medizinelektronikbereich hervor.

Zu den jüngsten  Aktivitäten des Unternehmens im Medizinelektronikbereich gehört, wie LaJeunesse erläutert, »die Integration unser MEMS-Aktivitäten in medizinelektronische Anwendungen«. Bei den entsprechenden Lösungen handelt es sich sowohl um optische Produkte als auch Bewegungssensoren. »Das Interesse des Marktes an diesen Entwicklungen ist groß«, versichert LaJeunesse.

Der Vorstoß in neue Marktsegmente, er ist Ausdruck einer Refokussierung der Medizinelektronik-Aktivitäten bei Maxim, die 2011 stattfand - eine Maßnahme, von der sich das Unternehmen einen zusätzlichen Wachstumsschub für die nächsten Jahren erwartet.