Intransparente Versorgungssituation Materialknappheit droht der IC-Fertigung


Auf einer Fläche von 2,89 km² fertigt Samsung in der weltgrößten Fab in Pyeongtaek 3D-NAND-Flash-Speicher-ICs und will in diese Fab bis 2021 über 26 Mrd. Dollar investiert haben.
Auf einer Fläche von 2,89 km² fertigt Samsung in der weltgrößten Fab in Pyeongtaek 3D-NAND-Flash-Speicher-ICs und will in diese Fab bis 2021 über 26 Mrd. Dollar investiert haben.

2018 und 2019 fahren große neue Fabs hoch, unter anderem in Korea und China. Kommt es zu Engpässen von Materialien wie Isopropylalkohol, Helium und Wolframhexafluorid?

Allein die neunen Linien für die DRAM-Produktion, die Samsung in der Fab in Hwaseong und im zweiten Stock der Fab in Pyeongtaek werden die Kapazität von 370,000 Wafer pro Monat auf 600.000 Wafer pro Monat steigern. Auch in China wollen Hersteller wie Tsinghua Unigroup, Fujian Jinhua Integrated Circuit Corp. und Yangtze Memeory Technologies Corp. (YMTC) ihre Produktion ab 2018 hochfahren.

Schon in diesem Jahr wächst der Markt für die Prozesstechnik rund um die Halbleiterfertigung laut der SEMI in diesem Jahr von 24,7 auf 27,5 Mrd. Dollar. Das sind 2,2 Mrd. Dollar mehr als noch 2016 vorhergesagt.

Samsung und SK Hynix hätten laut Business Korea ihren Bedarf an Materialien bereits gesichert und erwarten für sich keine Engpässe. Dennoch hielten sich Gerüchte in Korea, dass einige Materialien knapp werden könnten. So liefere Quatar 30 Prozent der Weltproduktion an Helium. Dass sieben arabische Staaten die Beziehungen zu Quatar abgebrochen hätten, mache die Situation etwas unsicher. Betroffen seien darüber hinaus Materialien wie Isopropylalkohol, Helium und Wolframhexafluorid (WF6) sowie bestimmte Schleifmittel.

Hersteller von Materialien haben bereits reagiert und erweitern ihre Kapazitäten. So will Foosung die WF6-Produktion ausbauen, SK Materials investiert in die NF3-Produktion, die  Ende 2018 auf 2.500 t pro Jahr wachsen soll. Insgesamt gibt es rund 1.000 Materialien, die die IC-Hersteller einsetzen, um aus Rohwafern ICs herstellen zu können.

Verlässliche Statistiken fehlen

Mehr als Gerüchte sind derzeit in Korea allerdings nicht zu hören. Denn seit Ende 2013 stehen auch dem koreanischen Ministerium für Handel, Industrie und Energie in keine Statistiken mehr zur Verfügung, weil sich Samsung und SK Hynix weigern, solche Informationen herauszugeben. Die befürchten, dass solche Informationen in die falschen Hände gelangen und so Aufschluss über ihre Produktion geben könnten. Deshalb stochert ach die Korea Semiconductor Industry Association im Nebel, was das derzeitige Verhältnis von Versorgung und Nachfrage im Sektor Materialien angeht. Die Organisation rechnet aber nicht damit, dass es bei Samsung oder SK Hynix zu Verzögerungen in der Produktion aufgrund von fehlender Materialien kommen könnte.