Western Digital Klappt die Übernahme von Toshiba Memory doch nicht?

Die Bieter lieferen sich eine Übernahmeschlacht um die Flash-Speicher-Sparte von Toshiba
Wird ein Konsortium um Western Digital sich Toshiba Memory einverleiben - oder sind die Differenzen so stark, dass Toshiba den Verkauf nicht über die Bühne bringen kann?

Die Hoffnungen, den Verkauf von Toshiba Memory nun endlich bis Ende August abschließen zu können, dürften verfrüht gewesen sein.

Bleibt zu fragen, wer hier eigentlich was hofft. Für Toshiba ist es eine Frage des Überlebens, bis zum Abschluss des Finanzjahres Ende März 2018 das Geld aus dem Verkauf der NAND-Flash-IC-Tochter – jetzt ist von 17,5 Mrd. Dollar die Rede – dafür einsetzen zu können, die negative Eigenkapitalisierung wieder in den schwarzen Bereich zu bringen und so den Rausschmiss aus der Börse von Tokio zu vermeiden.

Die Hoffnungen von Western Digital bestehen wohl darin, an der Übernahme von Toshiba Memory beteiligt zu werden. Zu welchen Bedingungen, darum pokern die Amerikaner jetzt hoch. Der Einsatz ist die Existenz von Toshiba.

Laut Reuters können sich Toshiba und Western Digital mal wieder nicht darüber einigen, wie hoch der Anteil von Western Digital an Toshiba Memory ausfallen könnte. Um den engen Zeitplan halten zu können, müssten die Verhandlungen bis Ende August abgeschlossen sein. Reuters bezieht sich auf anonyme Quellen, die von  Differenzen berichten, die so gravierend seien, dass es unmöglich wäre, die Einigung bis Ende Augst erzielen.

Weil die Untersuchungen der Regulierungsbehörden nach der Übernahme rund sechs Monate dauern dürften, wäre es für Toshiba so wichtig, den Zeitplan einhalten zu können. Western Digital scheint den Zeitdruck nicht so stark zu spüren.

Das Konsortium um Western Digital besteht aus KKR sowie den halbstaatlichen PPP-Unternehmen Innovation Network Corp. of Japan und der Development Bank of Japan. Auch  Toshiba wollte sich noch einen Anteil an Toshiba Memory sichern, so dass Insider den japanischen Anteil auf rund 60 Prozent geschätzt hatten.
Aber vielleicht kommt alles ja noch ganz anders.