Infineon KI- und Automotive-Entwicklungszentrum in Dresden

Christoph Schumacher, Infineon: »Es soll also ausgelotet werden, wie wir universelle KI-Funktionen entwickeln können, die wir in eine Vielzahl von Chips für unterschiedliche Zielsysteme im oder außerhalb des Autos integrieren können.«
Christoph Schumacher, Infineon: »Es soll also ausgelotet werden, wie wir universelle KI-Funktionen entwickeln können, die wir in eine Vielzahl von Chips für unterschiedliche Zielsysteme im oder außerhalb des Autos integrieren können.«

Produkte für Automobil- und Leistungselektronik sowie KI– sie sollen die Schwerpunkte des neuen Entwicklungszentrums von Infineon in Dresden bilden.

»Das Thema ist so wichtig, dass wir über die Entwicklung bestimmter Produkte auf Wafer- und IC-Ebene hinausgehen und uns auch um die Systemebene kümmern«, sagte Infineon-Standortsprecher Christoph Schumacher gegenüber Markt&Technik zu der Gründung des Entwicklungszentrums in Dresden. Es ginge also nicht ausschließlich darum, spezielle Produkte zu entwickeln, sondern sich der KI auch auf der Systemebene zu nähern. Von dort können dann Impulse auf die verschiedenen Geschäftseinheiten von Infineon ausgehen, so dass sie ebenfalls davon profitieren können. Deshalb werde das neue Zentrum zunächst zwar vom Geschäftsbereich Automotive gesteuert, allerdings sei das noch keine endgültige Festlegung.

Die enge Anbindung an Automotive ist allerdings naheliegend, denn im Moment treiben vor allem Anwendungen im Automobil die KI-Entwicklung – aber auch außerhalb des Autos, etwa in der Verkehrssteuerung tut sich sehr viel. »Es soll also ausgelotet werden, wie wir universelle KI-Funktionen entwickeln können, die wir in eine Vielzahl von Chips für unterschiedliche Zielsysteme im oder außerhalb des Autos integrieren können«, so Schumacher.

Eine große Herausforderung ist dabei die stetig wachsende Komplexität der Chips. Weil sich nicht alles auch in einer IC-Fertigung auf Wafer-Ebene herstellen lässt, was auf einem IC-Design schön und funktionell aussieht, sei es von besonderer Bedeutung, dass das Forschungszentrum in Dresden am Schnittpunkt zwischen Entwicklung, Design und Fertigung angesiedelt sei. Die Rückkopplung aus der Fab sei entscheidend.

Was so zunächst im Automotive-Umfeld entwickelt werde, könne dann auch in anderen Geschäftsfeldern, etwa der Robotik übernommen werden.

Es handele sich also um ein universelles Thema, das den Geschäftseinheiten übergeordnet sei. »Das ist auch der Grund, warum wir ein eigenständiges Zentrum gründen. Wir sind stark gewachsen und wollen keine Ressource aus den Geschäftsfeldern abziehen, sondern im Gegenteil neue schaffen«, so Schumacher.  

Der Start ist noch im Laufe des Kalenderjahres 2018 geplant, 100 zusätzliche neue Arbeitsplätze sollen zunächst entstehen, mittelfristig rechnet Infineon mit 250.