Toshiba Memory Keine Einigung mit Western Digital in Sicht

Wann und wie Toshiba die NAND-Speicher-Sparte verkaufen kann, um sich selber zu retten, steht nach wie vor in den Sternen.

Toshiba und Western Digital streiten munter weiter.

Toshiba Memory hatte den Ingenieuren von Western Digital den Zugang zu den gemeinsamen Daten innerhalb des Joint-Ventures zur Entwicklung und Fertigung von NAND-Flash-ICs Anfang Juni verweigert. Jetzt geht es vor den Gerichten hin und her.

Hinter dem Streit steht das Bemühen von Toshiba, die NAND-Speicher Sparte, die unter dem Namen Toshiba Memory ausgegliedert wurde, so schnell wie möglich zu verkaufen. Diesen Verkauf an ein Konsortium unter Führung der Innovation Network Corp. of Japan und der Development Bank of Japan, zu dem auch SK Hynix gehört, möchte Western Digital verhindern. Am liebsten wäre den Amerikanern wenn der Zuschlag an ein Konsortium ginge, zu dem Western Digital selber gehört.

Kürzlich hatte Western Digital für sich als Sieg verbucht, dass ein kalifornisches Gericht zumindest zeitweise den Zugang zu den Daten wieder ermöglicht hat. Nun entschied ein weiteres Gericht laut der Japan Times, dass Toshiba die Daten doch wieder blockieren darf, was das Unternehmen umgehend tat, »um sein Eigentum zu schützen.« Das nächste Hearing vor dem Superior Court of California ist für den 28. Juli geplant. Dann könnte wieder anders entscheiden werden.

Wie dem auch sei – das ganze Hin und Her zeigt, wie zerrüttet das Verhältnis zwischen Toshiba und Western Digital ist. Es zeigte sich kürzlich auch an der Aussage eines hohen Managers von Toshiba, der die Erfahrungen mit dem Management von Western Digital über das vergangene Jahr als »nicht gut« bezeichnete. Das ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.

Und das nach einer siebzehnjährigen Zusammenarbeit zwischen Toshiba und SanDisk, die im Rahmen der Joint-Ventures zur Entwicklung und Fertigung von  NAND-Flash-Speicher-ICs offenbar sehr erfolgreich und gut verlaufen war. Western Digital hatte SanDisk im vergangenen Jahr übernommen und so die Joint-Ventures geerbt.