»Top 10« der Quarz-Hersteller Jauch behauptet sich trotz Krise

Die Bandbreite zwischen der Produktion hoher Volumina in Asien und kleineren Stückzahlen an Präzisions-Quarzen in Deutschland meistert Jauch Quartz erfolgreich und zählt damit zur weltweiten »Top 10« der Quartz-Hersteller. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen weltweit gut 800 Mitarbeiter.

Jauch Quartz ist Europas größter konzernunabhängiger Hersteller von Frequenzbauteilen und konnte sich auch im Krisenjahr 2009 zufrieden stellend behaupten, auch wenn insgesamt im Vergleich zu 2008 ein Minus zu Buche schlägt: »Wir haben definitiv schon bessere Jahre gesehen. Nachdem der Umsatz im ersten Quartal 2009 im Verglich zum Vorjahreszeitraum um 32 Prozent sank, konnten wir aber in der zweiten Jahreshälfte wieder Boden gut machen. Auf das ganze Jahr bezogen lagen wir dann nur noch 18 Prozent unter dem Vorjahreswert«, resümiert Forgács.

Das Bauelemente-Programm von Jauch umfasst Quarze, Oszillatoren und Saw-Filter für Standard-Einsatzbedingungen bis hin zu hochstabilen, schockfesten Frequenzgebern, die auch unter extremsten Bedingungen zuverlässig arbeiten und die hohen Anforderungen von HighTech-Anwendungen in sicherheitskritischen Bereichen wie Automotive, der Medizintechnik sowie der Luft- und Raumfahrt erfüllen. Rund 50 bis 60 Prozent des Produktspektrums entfallen auf die Quarze, etwa 30 Prozent auf Oszillatoren und etwa 10 Prozent umfassen SAW-Filter und Resonatoren. Produziert wird an zwei Standorten in Asien und am Hauptstandort in Villingen-Schwenningen. Dabei legt Forgács besonderen Wert darauf, dass sich Jauch weltweit denselben Qualitätsstandards und Leistungsgrundsätzen verpflichtet sieht, denn nur so könne man eine internationale Produktion mit hohen Volumina in Asien und kleinen Mengen für anspruchsvolle Aufgaben in Deutschland erfolgreich umsetzen, betont der Firmen-Chef.

Die Gehäuse sind weltweit knapp

Ware für rund 3,5 Mio. Euro füllt derzeit das Zentrallager von Jauch in Villingen-Schwenningen. Das sind in Stückzahlen ausgedrückt etwa 25 Mio. Laut Forgács ist das Lager damit das weltweit größte für frequenzgebende Bauteile, ausgestattet mit modernen Warenwirschaftssystemen. »Damit sind wir normalerweise sehr flexibel und es gelingt uns, in eine sehr schnelle Verfügbarkeit von wenigen Tagen bzw. Wochen sicherzustellen«, sagt Forgács. »Derzeit ist aber auch bei uns die Lage prekär, denn Standardbauteile sind knapp, weil viele Hersteller wie wir auch die Kapazitäten heruntergefahren haben. Auch für kundenspezifische Komponenten können wir derzeit die Lieferzeiten nicht fest zusagen.«

Das Problem sei nicht der Rohquarz, sondern die Gehäuse, so Forgács. Einer von weltweit drei Gehäuselieferanten war während der Wirtschaftsflaute aus dem Geschäft ausgestiegen, während auch die verbleibenden beiden Herstellern Kapazitäten abgebaut haben und nun vor den Markt nicht mit ausreichend Ware zu versorgen können. »Die Mengen werden den Kunden von Monat zu Monat den Kunden zugeteilt. Die Kapazitätsausweitung der Gehäusehersteller sollte aber bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Wenn der aktuelle Bedarf so bleibt, schätze ich, dass sich bis Ende des Jahres die Situation entspannen wird«, erläutert Forgács.