Kommentar Japan: Subventionen für Schwarze Löcher

Verschmelzen zwei schwarze Löcher, entsteht nur mehr ein größeres alles auf nimmer wiedersehen fressendes schwarzes Loch. Und ein Beben – für uns nicht wahrnehmbar – erschüttert die Raumzeit. Sonst geschieht nichts. Die Illustration stammt vom Laser-Interferometer-Gravitationswellen-Observatorium, das Gravitationswellen, die beim Verschmelzen Schwarzer Löcher entstehen, kürzlich zum dritten Mal direkt nachgewiesen hat.
Verschmelzen zwei schwarze Löcher, entsteht nur mehr ein größeres alles auf nimmer Wiedersehen fressendes schwarzes Loch. Und ein Beben – für uns nicht wahrnehmbar – erschüttert die Raumzeit. Sonst geschieht nichts. Die Illustration stammt vom Laser-Interferometer-Gravitationswellen-Observatorium, das Gravitationswellen, die beim Verschmelzen Schwarzer Löcher entstehen, kürzlich zum dritten Mal direkt nachgewiesen hat.

Das Traditionsunternehmen Toshiba fliegt nicht aus der Börse von Tokio. Doch TMC muss unbedingt verkauft werden. Bleibt es so japanisch wie Japan Display Inc.?

Toshiba hat Zeit gewonnen: PwC hat unter Vorbehalt und mit großer Verspätung die Bilanz des Finanzjahres 2016 und des ersten Quartals 2017 gerade noch rechtzeitig durch gewunken.

Dennoch droht neues Ungemach: Immer noch ist der Verkauf von Toshiba Memry Corp (TCM) nicht in trockenen Tüchern. Western Digital stellt sich quer: Das Unternehmen will einem Verkauf an ein Konsortium nicht zustimmen, dem es nicht selber angehört.

Weil dem von Toshiba bevorzugtem Konsortium neben der Innovation Network Corp. of Japan (INCJ) und die Development Bank of Japan (DBJ) auch SK Hynix angehört, hat es zusätzlich Schwierigkeiten gegeben. Wie kommt ausgerechnet SK Hynix, der direkte Konkurrent von TCM – und nebenbei bemerkt auch von Western Digital, die schon aus diesem Grund nie zustimmen würde – denn in diesen Club?

Das fragen sich wohl auch INCJ und DBJ, auf jeden Fall aber bekommen sie ob der Verzögerungen kalte Füße. Fliegt Toshiba im März 2018 aus der Börse von Tokio, würde alles noch viel schwieriger. Vielleicht wäre dann Toshiba gar nicht mehr zu retten.

INCJ und Toshiba: Diese Namen tauchten vor fünf Jahren in anderen Zusammenhang schon einmal auf. Damals galt es, die einst blühende, dann aber strauchelnde japanische LCD-Bildschirmindustrie zu retten. Es taten sich drei angeschlagene ehemaligen Helden zusammen: Sony, Hitachi – und Toshiba.

Ziel war es, mit Japan Display Inc. (JDI) ein schlagkräftiges, wettbewerbsfähiges Unternehmen zu gründen – und zwar ein japanisches. Letzteres wurde erreicht. Wettbewerbsfähig ist JDI allerdings nicht, neue Geldgeber werden dringend gesucht, es soll neu strukturiert werden, Entlassungen drohen.

Dass die JDI japanisch blieb, dafür hatte kein anderer als die halbstaatliche INCJ gesorgt. Leider blieb JDI unter dem bequemen Schirm LCD-Hersteller. Dass die Smartphone- und TV-Hersteller zu OLEDs wechseln, hat JDI, zum Missvergnügen von Hauptkunde Apple, verschlafen. Dagegen investieren – wie berichtet – Samsung und LG Display kräftig in OLEDs.

Wie schon einmal bemerkt: Die Ringi-Mentalität lässt grüßen: Entscheidungen werden verzögert, wenn überhaupt getroffen. Staatsgeld in Schwarze Löcher zu pumpen und japanisch zu bleiben, hilft da gar nicht. Ob es den NAND-Speichern so gehen wird, wie den LCD-Bildschirmen?