Semico Research: Analog-ICs IoT folgt auf Smartphones und Tablets

Analogtechnik
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In seiner neuesten Analyse über den Markt mit Analog-ICs kommen die Experten von Semico Research zu folgendem Ergebnis: Der Umsatz mit Analog-ICs soll in den nächsten fünf Jahren durchschnittlich um 5,4 Prozent pro Jahr wachsen, die Stückzahlen um 7,9 Prozent.

Semico Research hat mit »Analog Market Update: Making Digital Systems Come Alive« eine neue Analyse des Analogmarktes vorgelegt. Jim Feldhan, President von Semico Research, erklärt: »Nach wie vor besteht eine Nachfrage nach analogen Schaltungen für alle Anwendungsbereiche. Analogkomponenten sind in Produkten wie Garagentoröffnern über Elektrohaushaltsgeräte und tragbare Elektronik bis hin zu Automobil- und Kommunikationsprodukten zu finden.« In Zahlen ausgedrückt, heißt das, dass im letzten Jahr über 150 Mrd. Analog-ICs in den weltweiten Elektronikmarkt gewandert sind, so dass mehrere Analog-ICs pro Elektronikgerät zu verzeichnen sind. Aber obwohl Analog-ICs eine entscheidende Rolle in Elektronikgeräten spielen, ist der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) laut Feldhan gesunken und wird im letzten Jahr bei bescheidenen 0,344 Dollar landen.

Bei dem ASP ist es nicht verwunderlich, dass die Analysten darauf hinweisen, dass mittlerweile auch der Analog-Markt sehr umkämpft sei. Allerdings zeichnet sich der Markt durch einen entscheidenden Vorteil aus: viele Analogprodukte werden mit alten Prozesstechnologien gefertigt. In Kombination mit den langlebigen Produkten ist es den Herstellern trotz des geringen ASPs somit möglich, profitabel zu bleiben.

Neue Wachstumstreiber

Während der letzten Jahre ist der Umsatz mit Analog-ICs immer stärker als der gesamte Halbleiterumsatz gewachsen. Dahinter stand die Tatsache, dass Mobilgeräte wie Smart-Phones und Tablets in diesem Zeitraum mit zweistelligen Wachstumsraten zunahmen, und diese Geräte einen höheren Analog-Anteil aufwiesen. Nachdem die Smartphone- und Tablet-Märkte aber langsam Sättigungserscheinungen aufweisen, könnte man erwarten, dass der Markt seine besten Zeiten hinter sich hat. Aber aus der Sicht der Semico Research Analysten übernimmt jetzt das Internet of Things die Funktion des Wachstumstreibers für Analog-ICs und Sensoren. Außerdem kämen noch weitere Wachstumstreiber hinzu, dazu zählen die Analysten den Automotive-Markt und KI-Anwendungen. Zusammen sind deshalb auch weiterhin 5,4 Prozent Wachstum pro Jahr möglich.

Semico Research verweist aber auch auf die Tatsache, dass die überdurchschnittlichen Wachstumsraten im Analog-Markt natürlich auch Begehrlichkeiten wecken, sprich der Konkurrenzkampf steigt und Marktkräfte machen sich stärker bemerkbar. Das hat zum einen dazu geführt, dass sich einige Analog-Hersteller über mehrere Fusionen und Übernahmen konsolidiert haben, um so die eigene Marktposition auszubauen, bessere Skaleneffekte zu erzielen oder das IP-/Patentportfolio zu verbessern. Zum anderen werden auch im Analogbereich verstärkt 300-mm-Wafer für die Fertigung genutzt. Feldhan: »Diese Trends werden sich wahrscheinlich fortsetzen.«

Um gute General-Purpose-Analog-ICs zu fertigen, sind keine kleinsten Prozessstrukturen notwendig, diese ICs werden vorwiegend mit ausgereiften Technologien gefertigt. Auf sie entfallen laut Semico 41 Prozent des gesamten Analog-Umsatzes. Auf die Stückzahlen bezogen, machen diese Produktgruppe 59 Prozent aller Analog-ICs aus. Power-Management-ICs sind die größte Produktgruppe in diesem Segment, sie stehen für 30,9 Prozent des Umsatzes mit General-Purpose-Analog-ICs.

Applikationsspezifische Analog-ICs ist die zweite wichtige Produktkategorie, für die typischerweise fortschrittlichere Prozesstechnologien genutzt werden. Sie spülen den Rest des Analog-Umsatzes, 59 Prozent, in die Kassen der Hersteller. Auf die Stückzahlen bezogen, entsprechen 41 Prozent dieser Produktkategorie.