Teure Entwicklung IC-Industrie investiert 7 Prozent mehr in Forschung

Ein Arbeiter in einer 300-mm-Fab von TSMC. Die Entwicklungsausgaben der Foundry steigen jährlich.
Ein Arbeiter in einer 300-mm-Fab von TSMC. Die Entwicklungsausgaben der Foundry steigen jährlich.

2012 ist der weltweite Halbleiterumsatz zwar leicht geschrumpft, die Industrie hat aber dennoch ihre F&E-Investitionen um 7 Prozent erhöht.

Damit hat die gesamte Halbleiterindustrie im letzten Jahr laut IC Insights 53 Mrd. Dollar in die Forschung und Entwicklung gesteckt. Das entspricht einem Anteil von 16,7 Prozent des gesamten Halbleiterumsatzes, den das Marktforschungsunternehmen mit 317,6 Mrd. Dollar beziffert. Dieser Anteil sei der höchste seit 2008 und 2009, als die Halbleiterindustrie jeweils 17,5 Prozent des Halbleiterumsatzes in R&D-Aktivitäten gesteckt hätte.

Seit mehr als drei Dekaden steigt der prozentuale Umsatzanteil, den die Halbleiterindustrie in R&D fließen lässt. IC Insights führt dies einerseits auf die steigenden Kosten für die Entwicklung komplexer ICs, andererseits auf die höheren Aufwände zur Entwicklung modernster Prozesstechnologien zurück. In den späten 1970er, frühen 1980er Jahren belief sich der R&D-Anteil auf typischerweise 7 bis 8 Prozent des Umsatzes, den ein Halbleiterunternehmen erzielte. Anfang 1990 stieg dieser Anteil bereits auf 10 bis 12 Prozent, kletterte auf über 15 Prozent während der letzten Dekade und hat 2008 schlussendlich den Rekordwert von 17,5 Prozent erreicht.

Bei den genannten Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte. IC Insights hat sich Intel, Samsung und TSMC herausgegriffen und deren Zahlen genauer angesehen. Die Unterschiede sind zum Teil beachtlich. So fallen die Kapitalinvestitionen von Samsung beispielsweise höher aus als das, was das Unternehmen in sein R&D steckt. Laut IC Insights stieg der Halbleiterumsatz von Samsung jährlich im Durchschnitt um 16 Prozent, während die R&D-Ausgaben lediglich um zirka 5 Prozent pro Jahr zugenommen hätten. Die Kapitalinvestitionen hingegen sind im Durchschnitt um 19 Prozent pro Jahr gewachsen.

Intel wiederum tätigt zwar auch hohe Kapitalinvestitionen. Das Unternehmen hat in den letzten zwei Jahren jährlich rund 11 Mrd. Dollar in neue Fabs und Equipment gesteckt, nur 1 Mrd. Dollar weniger als Samsung pro Jahr investierte. Allerdings muss Intel auch viel Geld für R&D ausgeben, denn die Mikroprozessoren und andere komplexe Logikprodukte hätten eine sehr kurze Lebensdauer. Damit seien hohe R&D-Investitionen Teil des Intel Geschäftsmodells.

Allein im letzten Jahr hat Intel 10,1 Mrd. Dollar an R&D-Ausgaben getätigt, was 20 Prozent des Umsatzes ausmacht. Dieses Investitionsvolumen ist mehr als 7 Mal so groß wie das von Qualcomm, der seitens der R&D-Ausgaben aber auf Platz 2 steht. Laut IC Insights haben im letzten Jahr die zehn Halbleiterunternehmen mit den größten R&D-Ausgaben insgesamt 28,7 Mrd. Dollar investiert. Auf Intel entfallen mehr als ein Drittel dieser Investitionen.

TSMC als die weltweit größte Foundry verzeichnet ebenfalls seit Jahren steigende R&D-Investitionen. Hier schlagen einerseits die Entwicklungskosten für die modernsten Fertigungstechnologien zu Buche, andererseits würden sich aber auch immer mehr Fabless Unternehmen oder Fablite Unternehmen an die Foundry wenden, wenn es darum geht, komplexe Designs Realität werden zu lassen.

Dementsprechend seien die R&D-Aufwendungen die letzten Jahre kontinuierlich gestiegen. 2001 hätte TSMC noch 8 Prozent seines Umsatzes in R&D investiert, wobei der Wert damals sehr hoch ausfiel, weil der Markt bekanntermaßen in der Rezession steckte. In der Summe seien die R&D-Ausgaben von TSMC seit 1998 gestiegen und zwar mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 25 Prozent pro Jahr. Der Umsatz ist hingegen in diesem Zeitraum (1998 bis 2012) jährlich nur um durchschnittlich 19 Prozent gewachsen.