Freescale Technology Forum i.MX 6 mit Cortex-A9 und Cortex-M4

Freescale Semiconductor baut seine i.MX 6 Familie mit einer neuen Untergruppe aus, die erstmals einen heterogenen Ansatz verfolgt. Denn in der neuen Serie wird der Cortex-A9-Prozessor erstmals mit einem Cortex-M4 ergänzt.

Bislang gibt es in der i.MX 6 Familie von Freescale Single-, Dual- und Quad-Core-Varianten auf Basis des Cortex-A9-Prozessorkerns, Ende des Jahres sollen dann die ersten i.MX 6 Prozessoren mit einem Cortex-A9 und einem Cortex-M4-Prozessorkern auf den Markt gebracht werden, Muster gibt es laut Amanda McGregor, i.MX 6 Series Product Manager bei Freescale Semiconductor, bereits jetzt schon.

Die Kombination von heterogenen Prozessorkernen ist für Freescale nicht neu, so sind beispielsweise auf der Vybrid-Plattform Cortex-A5 und Cortex-M4-Cores kombiniert. Der Grund dafür ist in beiden Fällen gleich: Mit diesem Ansatz kann auf dem leistungsstarke Cortex-A9 (2,50 DMIPS/MHz) aufwändige Anwendungs-Software mit anspruchsvollem Betriebssystem laufen, während der Cortex-M4 mit einem RTOS - laut McGregor ist hier das hauseigene MQX geplant - für die echtzeitkritischen Aufgaben genutzt wird.

Genaue Details über die neue Familie liegen zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht vor. Allerdings ist heute schon klar, dass auch die neue Unterfamilie wie bei den bisherigen i.MX 6 Bausteinen in drei Varianten für Consumer-, Automotive- und Industrieanwendungen kommen werden, die dann natürlich entsprechend unterschiedliche Peripherals aufweisen. Ein Blick auf die bisherigen Bausteine gibt zumindest einen Hinweis darauf, was ungefähr kommen wird. Grafik ist heute allgegenwertig, dementsprechend werden auch die neuen Bausteine über 2D- und 3D-Graphikprozessoren verfügen, auch die Anbindung an externen Speicher bleibt wie gehabt: DDR3 und LP-DDR2. Auch bei den Standardschnittstellen dürften keine allzu großen Überraschungen geben. Allerdings sollen die neuen Bausteine auch mit zwei GBit-Ethernet-AVB-Ports ausgestattet sein, ein Novum.

Die neuen Bausteine werden ebenfalls auf Basis eines 40-nm-Prozesses gefertigt, die Taktfrequenz des Cortex-A9-Cores wird laut McGregor ähnlich hoch ausfallen, wie bei den bisherigen i.MX 6 Komponenten, sprich irgendwo bei 1 GHz liegen. Angaben zur Leistungsaufnahme können laut ihrer Aussage derzeit noch nicht gemacht werden, weil bislang nur Simulationsergebnisse vorliegen, aber »diese Werte sind durchaus vielversprechend«, so Gregor weiter.

Natürlich kann der Entwickler für die neuen i.MX 6 Prozessoren auf das bereits bestehende Ecosystem mit den entsprechenden Tools und Software-Support zurückgreifen, einschließlich Android und Linux OSes für Cortex-A9 und wie gesagt das MQX-RTOS für den Cortex-M4.