Toshiba Halbleitersparte wird restrukturiert

Im Sommer wurde bekannt, dass Toshiba über Jahre hinweg seine Bilanzen geschönt hatte. Dann mussten Verluste gemeldet werden und jetzt kündigt das Unternehmen Restrukturierungen in der Halbleitersparte an. Ob mit diesen Schritten die Restrukturierungen bereits abgeschlossen sind, bleibt abzuwarten.

Die jetzt angekündigten Maßnahmen betreffen zunächst einmal das LSI-Geschäft und die diskreten Halbleiter. So hat sich das Unternehmen entschieden, sich aus dem Geschäft mit CMOS-Bildsensoren (gehört zum LSI-Bereich) zurückzuziehen – eine Produktsparte, die für rund 30 Mrd. Yen Umsatz im Fiskaljahr 2014 stand. Im Rahmen dessen hat Toshiba mit Sony eine Absichtserklärung unterzeichnet, wonach die dafür benötigte 300-mm-Produktionslinie aus der Oita-Fab von Toshiba zu Sony transferiert werden soll. Von diesem Schritt sind rund 1100 Toshiba-Mitarbeiter betroffen, denen Sony das Angebot machen will, sie ebenfalls zu übernehmen. Dieser Transfer – über den keinerlei finanzielle Details bekanntgegeben wurden - soll noch innerhalb des Geschäftsjahres 2015 abgeschlossen werden.

Darüber hinaus will das Unternehmen seine Ressourcen auf Bereiche konzentrieren, in dem es technologisch gesehen führend ist und in dem Wachstumsmöglichkeiten bestehen. Dazu zählt das Unternehmen beispielsweise die analogen ICs und Halbleiter für die Motorsteuerung. Um sich darauf konzentrieren zu können, will das Toshiba seine Fabriken in Oita (2.400 Mitarbeiter) und Iwate Toshiba Electronics (800 Mitarbeiter) – 200- und 150-mm-Fertigungen - in ein neues Unternehmen auslagern. Dort will das Unternehmen den Foundry-Bedarf, primär für Analogkomponenten, zusammenfassen und erhofft sich dadurch, eine höhere Auslastung der Fabriken und damit eine verbesserte Konkurrenzfähigkeit. Weitere Details zu dem neuen Unternehmen wurden nicht bekanntgegeben, nur dass es bereits im April 2016 seinen Betrieb aufnehmen soll.

Im Bereich der diskreten Halbleiter wiederum will sich Toshiba bis Ende dieses Jahres von seinen weißen LEDs trennen und sich auf Leistungshalbleiter, optische Bauelemente und Small-Signal-Komponenten konzentrieren. Die mit dem Ausstieg verbundenen Kosten beziffert Toshiba auf rund 20 Mrd. Yen – wobei darin noch nicht die Kosten enthalten sind, die mit dem notwendigen Abbau von Mitarbeitern verbunden sind.

Neben diesen Maßnahmen will das Unternehmen für den gesamten Halbleiterbereich ein Frühverrentungsprogramm starten, und Mitarbeiter die Möglichkeit anbieten, von einem in andere Bereiche zu wechseln. Mit den jetzt angekündigten Maßnahmen will das Unternehmen seine Fixkosten senken. So geht Toshiba davon aus, dass sich die Fixkosten im LSI-Bereich im Geschäftsjahr 2016 im Vergleich zu 2014 um zirka 16 Mrd. Yen und bei den diskreten Halbleitern um rund 10 Mrd. Yen reduzieren lassen.