iSuppli Halbleitermarkt wächst wie der Teufel

Laut Dale Ford, Senior Vice President bei iSuppli, könnte der Halbleitermarkt in diesem Jahr gleich zwei Hürden auf einmal knacken: die »30+x«-Prozent- und die 300-Mrd.-Dollar-Hürde.

Das letzte Mal, dass der Halbleiterumsatz in einem Jahr mit einer Wachstumsrate von über 30 Prozent wuchs, war 2000. Damals erhöhte sich der Halbleiterumsatz um 36,7 Prozent. Dieses Jahr sollen 30,6 Prozent möglich sein, wodurch der Umsatz auf 300,3 Mrd. Dollar steigen würde.

Der Vergleich mit 2000 dürfte bei vielen ein leichtes Unwohlsein hervorrufen, denn nach 2000 folgte mit 2001 eines der schlimmsten Jahre in der Geschichte der Halbleiterindustrie. Der Umsatz sackte damals um gut 32 Prozent nach unten, Milliarden Dollar mussten abgeschrieben werden.

Doch Ford beruhigt die Gemüter, denn im Gegensatz zu 2000, als das Wachstum vorwiegend durch den Internet-Hype getrieben war, basiere das Umsatzwachstum in diesem Jahr auf realen Faktoren – angefangen bei einer weiterhin starken Nachfrage der Konsumenten nach »heißen« Elektronikprodukten, über gewissenhaft geführte Lagerbestände und Kapazitäts-Management, bis hin zu neuen innovativen Technologien sowohl auf der Komponenten- als auch auf der Systemseite.

Ford mahnt aber auch, dass die Wachstumsrate von diesem Jahr nicht überinterpretiert werden dürfte, denn sie folgt dem Umsatzrückgang aus dem Jahr 2009. Um seine Aussage zu untermauern, vergleicht Ford den für dieses Jahr möglichen Umsatz denn auch mit dem Jahr 2008 und kommt dann auf ein Umsatzwachstum von 15,4 Prozent, sicherlich immer noch ein guter Wert aber weit entfernt von einem absoluten Spitzenwert.

Auch wenn die 30,6 Prozent vielleicht ein falsches Bild vermitteln, 2010 ist trotzdem ein besonderes Jahr: In den meisten Jahren sinkt der Halbleiterumsatz im ersten Quartal, in diesem Jahr ist er aber um 1,1 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2009 gestiegen. Ford: »Das ist das erste Mal seit 2004, dass die Industrie im ersten Quartal ein sequentielles Wachstum erreichen konnte.«

Wichtigster Antriebsfaktor für das Wachstum im ersten Quartal und auch jetzt noch ist die Nachfrage nach Konsumelektronik, die immer noch über den Erwartungen liegt. Der Umsatz mit Elektronikprodukten soll in diesem Jahr auf 1,55 Billionen Dollar steigen, 10,4 Prozent mehr als im Jahr 2008.

Ford warnt aber auch, dass die Wirtschaft immer noch der größte Joker bei allen Prognosen ist. Auch wenn sich viele Indikatoren verbessert hätten, gäbe es immer noch eine Vielzahl von finanziellen und wirtschaftlichen Problemen, die das prognostizierende Wachstum zum Kippen bringen könnten.

DRAM-Hersteller sind die Gewinner in diesem Jahr. Der Umsatz mit DRAMs soll laut Ford in diesem Jahr um fast 77 Prozent steigen. Daneben tragen NAND-Flash-Speicher, Analog-ICs, diskrete Bauelemente, LEDs und PLDs ebenfalls zum Wachstum bei und kommen laut Ford alle auf eine Wachstumsrate von über 30 Prozent.