Kommentar Geht die Rechnung für Intel und Altera auf?

Iris Stroh, Markt&Technik
Iris Stroh, Markt&Technik

Die Liste der Firmen, die Intel schon übernommen hat, ist nahezu endlos. Schaut man sich im Netz Kommentare zur Altera-Übernahme durch Intel an, wird häufig die etwas bange Frage gestellt: Wird diese Übernahme eine Erfolgsgeschichte?

Ende 2015 hat Intel die Übernahme von Altera abgeschlossen. Theoretisch ergeben sich daraus überzeugende Vorteile für beide Unternehmen.

Für Altera könnte Intels Spitzenstellung in der Halbleiterfertigung die eigene Konkurrenzfähigkeit im PLD-Markt deutlich erhöhen. Altera hat bislang zum Großteil TSMC als Foundry genutzt, genau wie Erzrivale Xilinx. Für die jüngste FPGA-Generation »Stratix 10« allerdings setzt Altera bereits auf Intels 14-nm-FinFET-Technologie.

Umgekehrt verspricht sich Brian Krzanich, CEO von Intel, Vorteile durch die Kombination von Xeon-Prozessoren und FPGAs für den Einsatz in Servern. Die voll integrierten Kombi-Versionen führen laut Krzanich nicht nur zu reduzierten Kosten, sondern – viel wichtiger – zu einer Geschwindigkeitssteigerung um den Faktor 2. Er erwartet, dass bis zum Ende dieses Jahrzehnts rund 30 Prozent der Arbeitslasten in der Cloud auf diesen Kombi-Produkten laufen werden. Offenbar glaubt daran auch Wettbewerber Qualcomm: Er hatte im Herbst letzten Jahres eine Kooperation mit Xilinx angekündigt.

Darüber hinaus bietet Intel seit einiger Zeit kundenspezifische Prozessorplattformen für Kunden wie Ebay oder Facebook an. Scheuten potentielle Kunden bisher davor zurück, ihre Algorithmen an Intel zu liefern, so können sie künftig selbst auf Basis dieser Kombi-Produkte ihr kundenspezifisches Silizium entwickeln.
Außerdem will Intel den Atom-Prozessor mit einem FPGA kombinieren und damit den IoT-Markt adressieren, wodurch sich der SAM für Intel um 11 Mrd. Dollar vergrößern würde.

Intel will in Zukunft alle bestehenden Altera-Produkte weiterführen, also auch die ARM-basierten FPGAs, die Enpirion-Komponenten und die älteren FPGAs. Weil die Ausbeute bei TSMC gut sei, bestehe hinsichtlich der bestehenden Fertigungsstruktur ebenfalls kein Änderungsbedarf.
Intel geht also an die Integration von Altera sehr behutsam heran. Die Chancen stehen deshalb nicht schlecht, dass die Übernahme gelingt und die Rechnung beider Unternehmen aufgeht.