Von Automotive- über Mixed-Signal- bis hin zu Netzwerkanwendungen Freescale zündet Controller-Feuerwerk

Ein wichtiger Zielmarkt für Freescale ist Automotive. Einer der neuen Bausteine konzentriert sich deshalb auf das Armaturenbrett.
Ein wichtiger Zielmarkt für Freescale ist Automotive. Einer der neuen Bausteine konzentriert sich deshalb auf das Armaturenbrett.

Gleich fünf neue MCU-Serien kündigt Freescale an, außerdem kombiniert die Firma Standard-MCUs mit Analog-ASICs und vervierfacht die Performance der QorIQ-Prozessoren gegenüber ihren Vorgängern.

Statt aus mechanischen Anzeigen und (Warn-)Lämpchen soll das Auto-Armaturenbrett künftig aus einem großen Display bestehen. Das erlaubt nicht nur die individuelle Anpassung der Optik, sondern auch eine situationsbedingte Anzeige. Diesem Trend kommt Freescale mit dem »Qorivva MPC5645S« entgegen, einem Single-Chip für groß-flächige Dashboard-Displays. Der IC basiert auf dem MPC5606S und ergänzt ihn um eine Grafikeinheit für Vektorgrafik und Dual-Display-Betrieb. Darüber hinaus kann der neue Baustein auch Video-Daten verarbeiten, um beispielsweise Rückfahrkameras zu integrieren.

Das Thema »Kamera im Kfz« setzt Freescale auch mit einem weiteren IC um: Der »Qorivva MPC5604E« komprimiert hoch auflösende Videodaten und überträgt sie per Fast Ethernet für einen 360°-Rundblick. Fast Ethernet und die damit einher gehenden einfachen Twisted-Pair-Leitungen sollen eine Ersparnis von 10 Dollar für den Kabelbaum bringen.

Beide Automotive-Neulinge nutzen die Power-Architektur. Mit der »Kinetis«-Reihe setzt Freescale hingegen auf ARM-Cortex-M4 für Mixed-Signal-Consumer- und industrielle Anwendungen. Mit dem »Kinetis K60N512VMD100« kann das Unternehmen auch den derzeit schnellsten Cortex-M-basierten Controller vorweisen: Mit 2119 CoreMarks/MHz führt der Baustein nun die EEMBC-Liste an. Mit Grafikfunktionalität von QVGA bis hin zu 24-Bit-SVGA ausgestattet ist die neue »Kinetis K70«-Familie. Damit zielt Freescale auf Embedded-Applikation mit HMI-Bedarf ab.

Den Markt für »Digital Power & Motor Control« will Freescale mit dem DSC MC56F84xx bedienen. Er markiert die momentane Leistungsspitze von Freescales DSC-Chips: Der 32-Bit-Core ist mit 100 MHz getaktet, die PWM-Auflösung beträgt 312 ps, und die beiden 12-Bit-ADCs sind 3,3 Msps schnell. Hinzu kommen ein 16-kanaliger 16-Bit-SAR-ADC und vier Analog-Komperatoren mit integrierten 6-Bit-DACs.

Einen neuen Technologieansatz verfolgt Freescale auch mit der »MagniV«-Serie von Mixed-Signal-MCUs: Durch die Kombination einer Standard-MCU und eines Analog-ASICs sollen neue Hochspannung-Analog-Anwendungen erschlossen werden. Die Serie umfasst sowohl Dual-Die- als auch Single-Die-Bausteine.

Freescale kann aber auch Neues aus dem Bereich der Prozessoren melden: Die »QorIQ AMP«-Serie ist bis zu viermal schneller als die Vorgänger, und das bei einer halbierten Leistungsaufnahme. Ihren Geschwindigkeitszuwachs verdanken die neuen 64-Bit-Prozessoren einem schnelleren Takt und einer größeren Core-Zahl, vor allem aber der »Multithreading« genannten Technik, die zwei Threads auf einem Core gleichzeitig laufen lässt - für Free-scale ein Novum, ist bei Intel diese Technik schon seit geraumer Zeit als »Hyperthreading« eingeführt.