Freescale Semiconductor Freescale als Analogunternehmen: deutlich unterschätzt!

James Bates, Freescale Semiconductor: »Prozesstechnologien sind sowohl für Sensoren wie für Analogprodukte ein entscheidender Erfolgsgarant. Unsere SMARTMOS-Prozesse sind im Vergleich zu den Prozessen etablierter Analogherstellern mehr als konkurrenzfähig.«
James Bates, Freescale Semiconductor: »Prozesstechnologien sind sowohl für Sensoren wie für Analogprodukte ein entscheidender Erfolgsgarant. Unsere SMARTMOS-Prozesse sind im Vergleich zu den Prozessen etablierter Analogherstellern mehr als konkurrenzfähig.«

Aus der Sicht von James Bates, Vice President and General Manager bei Freescale Semiconductor, wird Freescale heute als Analoghersteller unterschätzt. Im Interview erklärt er, warum die Einschätzung falsch ist, welche Ziele er anvisiert und wo Freescale punkten will.

Markt&Technik: Freescale ist einer der größten Mikrocontroller-Hersteller. Im Networking-Segment ist Freescale ebenfalls sehr erfolgreich, aber gilt das auch für den Analog/Sensorbereich? James Bates: Wir sind weltweit der zweitgrößte Hersteller aller gehandelten MEMS für Automotive-Anwendungen. Wir sind die Nummer 3, wenn es um den Gesamtmarkt mit Trägheits- und Drucksensoren geht. Wir sind unter den Analogherstellern für den Automotive-Markt weltweit die Nummer 4. Ich denke, die Zahlen sprechen für sich. Was sich viele Leute ebenfalls nicht klar machen: Freescale erzielt mit seinen Analogkomponenten und Sensoren rund 800 Mio. Dollar Umsatz. Das ist gar nicht wenig, auch im Vergleich zu etablierten Analogherstellern, deren Umsatz oft irgendwo zwischen 1 und 2 Mrd. Dollar liegt. Im Automotive-Markt ist Freescale als Analog/Sensorhersteller also durchaus anerkannt. Jetzt geht es darum, diese führende Rolle zu nutzen und sie auf andere Märkte zu übertragen. Analog war bislang eher ein Nebengeschäft für Freescale, jetzt wird es neben MCUs und Networking zu einem weiteren Hauptgeschäft. Das ist Teil unserer Langzeitstrategie, und wir investieren viel Geld, um diese Strategie umzusetzen. Freescale positioniert sich als führendes Unternehmen für embedded Processing Solutions. Das Wort »Solutions« umfasst aber nicht nur den Mikrocontroller, sondern auch Power Management, Sensoren, Kommunikationsbausteine, Treiber etc. Im Automotive-Markt bieten wir bereits embedded Solutions an. Mein Ziel ist es, dass wir auch für andere Märkte embedded Solutions anbieten können. Eines möchte ich allerdings auch klarstellen: Im Schnitt kommen vier bis fünf Analogkomponenten pro MCU zum Einsatz. Wir führen derzeit einige tausende MCUs im Produktspektrum. Um dem erwähnten Verhältnis gerecht zu werden, müssten wir entsprechend mehr Analogkomponenten anbieten. Das ist schlichtweg nicht möglich. Wir werden also auch weiterhin mit Partnern im Analogbereich zusammenarbeiten, aber natürlich versuchen, soviel wie möglich selbst zu machen.