Nantero: NRAMs »Fortschritt an vielen Fronten«

Niedriger Stromverbrauch ist einer der Hauptvorzüge von Nanteros nichtflüchtiger Speichertechnologie NRAM auf Basis von Carbon Nanotubes. Zudem ist es beim Datenerhalt sehr zuverlässig, selbst bei Temperaturen um +85 °C werden mehr als 1000 Jahre garantiert.

Während der vergangenen sechs Monate hat Nantero, Pionier der energiesparenden, nichtflüchtigen Speichertechnologie NRAM auf Basis von Carbon Nanotubes, laut dessen CEO und Mitgründer Greg Schmergel einen »substanziellen Fortschritt an vielen Fronten« erzielt.

Markt&Technik: Was konkret meinen Sie mit »an vielen Fronten«?

Greg Schmergel: Unser Fertigungspartner Fujitsu hat angekündigt, dass 2018 erste NRAM-Produkte verfügbar sein werden – sowohl von Fujitsu Semiconductor als auch Fujitus Mie Foundry. Kürzlich ging eine Finanzierungsrunde mit 21 Mio. Dollar zu Ende, woran sich auch strategisch wichtige Investoren beteiligt haben – wir rechnen im übrigen fest damit, dass wir keine weiteren externen Geldmittel benötigen.

Und in puncto F&E hat ein großes Entwicklerteam große Fortschritte gemacht, sodass das DDR4-kompatible Multi-GByte-NRAM-Produkt in den kommenden Monaten als nichtflüchtiger Standalone-Speicher für die Fertigung freigegeben werden kann.

Derzeit sind also noch keine NRAMs am Markt erhältlich – weder als diskrete Chips noch als SOCs …

Noch nicht, aber 2018 wird es von Fujitsu erste Produkte geben, weitere Speicherkomponenten sind in der Entwicklung auch mit anderen Kunden, und das betrifft sowohl diskrete Speicherchips als auch SoCs.

Sie haben also neben Fujitsu weitere Partner, die Ihre NRAM-Chips fertigen werden …

Ja, Mie Fujitsu haben wir als derzeit einzige Fab öffentlich bekanntgegeben, es gibt aber einige weitere Fertigungspartner, die wir bis jetzt noch nicht publik gemacht haben. Dazu zählen neben Foundries auch Speicherhersteller. Schon seit einigen Jahren haben wir unsere NRAM-Fertigung in diversen CMOS-Fabs rund um die Welt.

Wie sieht es auf der Kundenseite aus, haben Sie weitere Kunden für Design-Ins gewonnen und so die Kundenbasis verbreitert?

Im vergangenen Jahr konnten wir etliche neue Kunden von NRAM überzeugen und eine Vielzahl an Produkt-Designs auf den Weg bringen. Momentan haben wir etwa ein Dutzend fester Kunden, zudem arbeiten wir mit vielen potenziellen Kunden zusammen, die Industriezweige wie Consumer, Mobile, Enterprise, Industrial, Automotive und weitere abdecken.

Derzeit entwickelt Nantero einen Multi-GByte-NRAM-Speicher. Wird es recht bald auch Bausteine mit niedrigen Kapazitäten geben?

Unsere Roadmap sieht eine breite Palette an Speicherprodukten vor, deren Kapazität sich vom KByte- bis hin zum GByte-Bereich erstreckt. Der Start erfolgt mit dem höchstkapazitiven Produkt - dem multi-GB - für den Markt mit den höchsten Anforderungen an die Performance. Wir fordern also gleich zu Beginn DRAM heraus, mit dem NRAM in puncto Speicherdichte wird mithalten können. NRAM wird es aber nicht nur als diskrete Speicherchips geben, auch der Markt für embedded-Anwendungen wird damit adressiert. In Folgegenerationen – also in ein paar Jahren - werden wir schließlich den Flash-Markt mit hochkapazitiven NRAM-Bausteinen bedienen.

Erwarten Sie, dass NRAM auch preislich gleich mit DRAM konkurrieren kann?

Ja, auch bezüglich der Kosten wird NRAM umgehend konkurrenzfähig. Und die Massenfertigung und steigende Stückzahlen können die Kosten dann substanziell verringern.

Wie schlägt sich NRAM in puncto Energieverbrauch im Vergleich mit anderen Speichertechnologien wie etwa DRAM?

Energieeffizienz ist einer der ganz großen Vorteile von NRAM, denn es ist nichtflüchtig und dabei so schnell wie DRAM. Weil somit kein ständiger Refresh der Daten erforderlich ist, resultiert daraus bei mobilen Geräten eine längere Batterielaufzeit. Und bei eingebauten Geräten verringert sich der Stromverbrauch signifikant.