SEMI zeigt sich begeistert Europa profitiert vom IoT!

Laith Altimine, CEO SEMI Europe am Podium
Laith Altimine, CEO SEMI Europe am Podium

Auf der Eröffnung der diesjährigen SEMCON Europa zeigten sich die Teilnehmer der Round-Table-Diskussion geradezu begeistert über die Chancen, die sich Europa mit dem IoT und den neuen „smarten“ Technologien eröffnen.

»Es hat noch nie so viel Spaß gemacht, in der Halbleiterindustrie zu arbeiten wie jetzt. Dieses Jahr wird der Umsatz die 400-Mrd-Dollar-Schwelle durchbrechen und 2030 – da bin ich mir sicher – wird die Halbleiterindustrie auf einen Umsatz von 1000 Mrd. Dollar kommen«, sagt Ajit Manocha, President der SEMI. Er sieht Europa für weiteres Wachstum sehr gut aufgestellt. Nachdem die Industrie in Europa und Deutschland die Wellen PC, Mobilfunktelefone und Internet eher verpasst habe, wie Laith Altimine, CEO SEMI Europe konstatiert, stelle sich jetzt die Situation ganz anders dar: Im Zeitalter vom Internet of Things komme es darauf an, verschiedene Disziplinen zusammen zu bringen. Hier sei Europa gut und könne seine Trumpfkarten ausspielen. Dem kann Dr. Rutger Wijburg, Senior Vice President und General Manager von Globalfoundries nur zustimmen: »Die Kooperation über Disziplinen hinweg ist Europas Spezialität. Mit der eigenen FD-SOI-Technik will GloFo dafür sorgen, dass dies in Europa gelingt. «

Das könnte diesmal klappen, nachdem um 2000 schon einmal Aufbruchsstimmung geherrscht hatte, dann aber Europa – nachdem die Dotcom-Blase geplatzt war – die anvisierte Aufholjagd nicht gelang.

Ein Unterschied zu dieser Zeit: Diesmal ist die Politik überzeugt, dass den Halbleitern eine Schlüsselposition zukomme, wie Prof. Hubert Karl Lakner, Managing Director vom Fraunhofer Institut IPMS erklärt. Er baut gerade mit 11 Fraunhofer Gesellschaften und zwei weiteren Forschungsinstituten die Research Fab Germany auf, in die immerhin 350 Mio. Euro fließen. Hier sollen auch Mittelständler, kleine Unternehmen und Start-ups Chips entwickeln, die sie selber kaum finanzieren könnten. Auch auf dieser Eben kommt es wieder auf die clevere Integration an.

Prof. Lakner macht auf einen weiteren Aspekt aufmerksam: »Während um 2000 noch vermutet wurde, dass MEMS ein gutes Geschäft werden könnten, lautet heute die Frage: Wo sind sie nicht drin?« Die Industrie sei also viel reifer geworden und nun bereit dazu, auf einer neuen Ebene zu kooperieren, meint Dr. Rutger Wijburg.

Das sei auch der Grund, warum sich Bosch entschlossen hätte, neben Infineon und Globalfoundries, in Dresden kräftig zu investieren, wie Stefan Finkbeiner CEO von Bosch Sensortec, erklärt: »Vor allem das Eco-System stimmt in Dresden, davon wollen wir profitieren und umgekehrt positiv zu weiterem Wachstum dort beitragen.«

Auf Basis der ICs und MEMS, die in Europa entwickelt und gefertigt werden, könnten dann die Geschäftsmodelle entstehen, von denen die Elektronikhersteller selber und ihre Kunden profitieren.

»Die Transformation ist unumkehrbar«, meint denn auch Lars Dittner, Factory Manager Dresden von VW. Sein Unternehmen setze voll auf Elektrifizierung der Autos bis hin zu E-Mobility und darauf aufsetzenden neuen Services.

Dass die Sensoren, deren Vernetzung, bis hin zu Big Data und den entsprechenden Algorithmen hierzulande gelingen können, davon waren alle überzeugt. Prof Lakner spricht vom Internet of Intelligence. Europa und Deutschland hätten die richten Voraussetzung, um mit einer derartigen Komplexität umgehen zu können.