Japanische Katastrophe Epson legt Quarz-Werk in AKW-Nähe still

Zumindest bislang scheinen die Auswirkungen der japanischen Katastrophe auf die Herstellung von Quarz-Produkten nicht gravierend zu sein. Marktführer Epson musste aber die nur 16 km von Fukushima entfernt gelegene Fab für die Fertigung von Quarz-Oszillatoren vermutlich dauerhaft stilllegen, Pläne für einen Neustart gibt es nicht.

Von Epsons insgesamt fünf Fabriken für Quarz-Oszillatoren liegt nur eine weitere in Japan (Ina bei Nagano). Wie die drei übrigen Fertigungsstandorte in China, Malaysia und Thailand auch, produziert dies Fab weiter.

Von den insgesamt sieben Standorten für die Produktion von Schwingquarzen – drei davon in Japan – leidet nur die in Akita unter gelegentlichen Stromausfällen. Runtergefahren wurde wohl nur vorübergehend die Fab für die Quarzherstellung in Aomori, der Neustart ist für Anfang April geplant.

Nicht betroffen sind die beiden anderen Fabs für die Quarzsynthese, wovon eine in Japan (Miyazaki) liegt, die andere in Seattle. Auch wenn also der Großteil der Fertigungsstätten keinerlei Schäden durch das Erdbeben, den Tsunami oder die AKW-Havarie erlitten hat, ist nicht absehbar, ob die Produktion – auch in den nicht-japanischen Standorten – durch Probleme innerhalb der Supply-Chain doch noch gedrosselt oder gar ganz gestoppt werden muss.

Weil der deutsche Quarz-Spezialist Jauch-Gruppe nicht in Japan fertigt, »sind wir nach heutigem Stand von der Katastrophe nicht betroffen«, sagt Nándor Forgács, Geschäftsführer von Jauch Quartz. Derzeit prüfe man aber die indirekten Auswirkungen der Katastrophe in puncto Fertigungsmaterial, Lieferkette, Energieversorgung und Logistik. Prinzipiell erwarte man aber »keine gravierenden Auswirkungen auf die Liefersituation«. Eine Verknappung könnte trotzdem entstehen, »weil sich die Kunden über das normale Maß hinaus Sicherheitsbestände auf Lager legen«. Zudem könnten die Lieferausfälle einiger Hersteller die Situation »ebenfalls verschärfen«.