2009 geschrumpft, 2010 gewachsen Elektroindustrie bleibt größte Wirtschaftsbranche

Mit einem Volumen von 2.800 Mrd. Euro im Jahr 2010 ist die internationale Elektroindustrie nach wie vor die größte Wirtschaftsbranche weltweit – so zumindest lautet das Ergebnis einer Marktanalyse seitens des ZVEI. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Chemie- und die Automobilindustrie, die es auf (preis- und wechselkursbereinigte) ein Marktvoluminen von 2.400 beziehungsweise 2.100 Mrd. Euro bringen.

Nachdem der weltweite Elektromarkt im Krisenjahr 2009 um 4 Prozent geschrumpft ist, konnte er im vergangenen Jahr wieder um 9 Prozent zulegen. »Damit hat er seine krisenbedingten Verluste bereits innerhalb eines Jahres mehr als wettgemacht«, kommentiert ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Und weiter: »Wir erwarten auch für 2011 und 2012 kräftiges Wachstum.«

Der aktualisierten Prognose des ZVEI zufolge wird das Volumen des weltweiten Elektromarktes in diesem und im nächsten Jahr um je 7 Prozent steigen. Vor der Krise war es durchschnittlich um 6 Prozent pro Jahr gewachsen – und damit rund 2 Prozentpunkte stärker als die Weltwirtschaft insgesamt.

Der deutsche Elektromarkt hat sich 2010 um 16 Prozent erholt und damit seine 2009er Verluste (minus 15 Prozent) nahezu aufgeholt. »Der heimische Elektromarkt ist mittlerweile der viertgrößte der Welt – nach China, den USA und Japan«, betont Dr. Gontermann. Auch 2011 dürfte er mit plus 13 Prozent stärker zulegen als die Elektromärkte in den anderen Industrieländern. 2012 wird sich das deutsche Marktwachstum dann erwartungsgemäß wieder auf plus fünf Prozent abschwächen.

Der ZVEI-Weltmarktausblick beinhaltet 50 Länder, die 95 Prozent des weltweiten Elektromarkts umfassen. Für die Gruppe der 22 untersuchten Industrieländer wird für 2011 ein Wachstum von 3 Prozent und für 2012 von 4 Prozent erwartet. Die 28 analysierten Schwellen- und Entwicklungsländer dürften sich mit jeweils plus 10 Prozent dagegen merklich dynamischer entwickeln.

Große Unterschiede finden sich auch in regionaler Hinsicht. Für den europäischen Elektromarkt zeichnet sich in diesem und im nächsten Jahr eine fortgesetzte Erholung um je 7 Prozent ab. Die Wachstumsaussichten für den US-Elektromarkt werden mit jeweils plus 8 Prozent für 2011 und 2012 etwas höher eingeschätzt. Der japanische Elektromarkt sollte aufgrund der Natur- sowie Nuklearkatastrophe in diesem und im kommenden Jahr um -11 bzw. -5 Prozent spürbar schrumpfen. »Die BRICS-Staaten - Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika - werden mit Wachstumsraten bis zu 18 Prozent pro Jahr auch 2011 und 2012 die wichtigsten Treiber für den globalen Elektromarkt bleiben«, so Dr. Gontermann.