Schweinezyklen bleiben DRAM-Preise in einem Jahr verdoppelt

Die Entwicklung der durchschnittlichen DRAM-Preise zwischen Julii 2016 und Juli 2017
Die Entwicklung der durchschnittlichen DRAM-Preise zwischen Julii 2016 und Juli 2017

DRAMs bilden den volatilsten Markt im IC-Sektor – vom Ende der Zyklen keine Spur: In einem Jahr haben sich die Preise verdoppelt.

Das zeigt jetzt der neuste McLean Report von IC Insights:  Noch vor einem Jahr hatten die Anwender von Überkapazitäten profitiert. Sie konnten Preise aushandeln, die unter den Gestehungsosten lagen. Die  DRAM-Hersteller verloren Geld. Dann hatte sich der Markt gedreht. Jetzt waren die DRAM-Anbieter in der Lage, hohe Preise aushandeln –  und die Systemhersteller mussten sie bezahlen, unabhängig davon, ob sie mit ihren Geräten Verluste einfuhren.

Inzwischen sind nur noch drei große DRAM-Hersteller übrig geblieben: Samsung, SK Hynix und Micron. Sie können sich in der jetzigen Situation über Rekordergebnisse freuen. So hatte Micron im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2017 bei einem Umsatz von 5,57 Mrd. Dollar einen Gewinn von 1,65 Mrd. Dollar ausgewiesen, was einer Marge von 30 Prozent entspricht. Im vierten Quartal 2016 hatte das Unternehmen noch 170 Mio. Dollar Verlust hinnehmen müssen.
 
Ähnlich sah es bei SK Hynix aus. Bei einem Umsatz von 5,94 Mrd. Dollar im zweiten Quartal fuhr das Unternehmen einen Gewinn von 2,19 Mrd. Dollar ein, was einer Marge von 37 Prozent entspricht. Im zweiten Quartal 2016 dagegen hatte SK Hynix bei einem Umsatz von 3,39 Mrd. Dollar einen Gewinn von bescheidenen 246 Mio. Dollar realisiert.

Zu Zeiten als es noch sechs, acht oder ein Dutzend DRAM-Hersteller gab, haben in solch goldenen Zeiten des Schweinezyklus immer einige Firmen der Versuchung nicht wiederstehen können, neue Kapazitäten aufzubauen, um noch mehr von den höheren Preisen profitieren zu können. Damit hatten sie dann auch gleichzeitig die Grundlage für den nächsten Abschwung gelegt.

Bei nur noch drei wesentlichen Herstellern könnte der Beobachter ins Grübeln geraten: Wird sich dieses Schema widerholen oder gibt es doch ein Ende der Zyklen?

Micron hatte verlauten lassen, diesmal die Kapazität nicht über den Bau neuer Fabs erweitern zu wollen. Vielmehr will das Unternehmen die Kapazität steigern, indem es die Prozessgeometrien in den bestehenden Fabs reduziert und damit mehr ICs auf einen Wafer fertigen kann.

Dagegen hat SK Hynix angekündigt, es würde nicht reichen, nur die Prozessgeometrien zu reduzieren, um die Nachfrage befriedigen zu können. Der Bau neuer Fabs sei geplant.

Was Samsung plant, wissen die Analysten von IC Insights nicht genau. Doch sie sind überzeugt, dass auch Samsung mittelfristig nicht tatenlos zusehen werde, wie SK Hynix neue Fabs baut und Marktanteile gewinnt. Dasselbe gelte für Micron und so sei es absehbar, dass wegen neuer Kapazitäten die durchschnittlichen Verkaufspreise der DRAMs wieder fallen. Die imer wieder überraschenden Schweinezyklen werden den Markt also aller Wahrscheinlichkeit nach weiterhin prägen.

Entwicklung der durchschnittlichen  DRAM-Preise