Analog Devices und Linear Technology »Die Möglichkeiten nach dem Merger sind phantastisch!«

Peter Real, Analog Devices
Peter Real, Analog Devices: »Nach der Übernahme von Linear Technology ist das Potenzial, Innovationen umzusetzen für uns riesig. Wer als Ingenieur nicht dabei ist, verpasst etwas.«

Nach der Übernahme von Linear Technology erklärt Peter Real, Vice President und Chief Technology Officer von Analog Devices, gegenüber Markt&Technik, was sich ändert – und warum die Zukunftsaussichten brillant sind.

Markt&Technik: Wir wird  ADI die hohe Profitabilität von Linear Technology erhalten können?

Peter Real: Linear Technology war ein hochprofitables Unternehmen, Analog Devices liegt aber mit einer Marge im Bereich von 35 Prozent nicht weit dahinter. Wir zählen beide zu den Besten in der Industrie. Und es gibt eine Menge weiterer Übereinstimmungen – von der grundsätzlichen Einstellung als Technologiefirma bis zur Konzentration auf profitable High-Tech-Endmärkte.
 
Welche Produkte und Linien sollen abgekündigt werden, um das Spektrum beider Firmen zu bereinigen?

In diesem Punkt unterscheiden sich die beiden Firmen glücklicherweise: Unser Produktspektrum überlappt sich kaum mit dem von Linear Technology. Obwohl wir uns beide auf die Industrie und Märkte wie die Automobiltechnik konzentriert haben, gibt es kaum Überschneidungen, weil wir unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt haben. Linear Technology ist beispielsweise im Power-Management und im Batterie-Management führend. Bei uns trifft das unter anderem auf die Signal Chain zu und auf LIDAR, um nur einige Sektoren zu nennen. Deshalb werden wir auch nach dem Merger die Tradition beider Firmen fortführen, keine Produkte abzukündigen. Lebenszyklen von 20 Jahren sind für uns keine Seltenheit.

Wann werden Produkte auf den Markt kommen, in denen das Know-how beider Firmen so kombiniert ist, dass weder Analog Devices noch Linear Technology sie alleine hätten entwickeln können?

Wir arbeiten bereits an den entsprechenden Roadmaps, beispielsweise entwickeln wir Produkte, in denen wir die Stärken von Linear Technology im Power-Management mit unserer Stärke in der Signal Chain kombinieren. Genau das wollen übrigens auch unsere Kunden, die so wie ich vom Sinn der Übernahme überzeugt sind. Über den Kauf wollten wir das Spielfeld beider Firmen erweitern. Die Übernahme von Hittite im Jahr 2014 passt da gut hinein, weil wir jetzt sehr viel Know-how im Bereich der Hochfrequenztechnik mit Power-Management und der Signal Chain bündeln können. Die daraus resultierenden Subsysteme sind genau das, was die Märkte im Zeitalter von IoT, der Vernetzung und der Digital Transformation benötigen.

Liegt es nicht in der Logik einer Übernahme, das Produktspektrum zu vereinheitlichen, um Kosten sparen zu können?

Diese Sorte von Übernahmen gibt es. Bei unserem Kauf von Linear Technology handelte sich allerdings um das Gegenteil: Unser Kauf ist keinesfalls davon motiviert, einen Wettbewerber vom Markt zu kaufen und dann die Produktlinien anzugleichen, um die Synergieeffekte auszuschöpfen.