ISSCC 2014 Die Halbleiterkonferenz in Zahlen

Die ISSCC hat in diesem Jahr zum 61. Mal stattgefunden und stand unter dem Motto: »Silicon Systems Bridging the Cloud«. Rund 3000 Teilnehmer aus aller Herren Länder konnten sich über die neuesten Entwicklungen im Halbleiterdesign informieren, wobei Europa erwartungsgemäß den geringsten Beitrag zur Konferenz beitrug.

Zunächst ein wenig statistische Informationen seitens der Veranstalter: Insgesamt wurden 619 Vorschläge eingereicht, wovon 206 akzeptiert wurden, die sich auf insgesamt 30 Sessions aufteilten. Regional betrachtet kommen 84 Vorträge, sprich 41 Prozent, aus Amerika. An zweiter Stelle folgt Far East mit 75 Vorträgen (36 Prozent) und das Schlusslicht bildet »erwartungsgemäß« Europa mit 47 Vorträgen, sprich 23 Prozent. Wird nicht nach Ländern, sondern nach Institutionen unterschieden, ergibt sich folgende Aufteilung: 54 Prozent der Vorträge wurden von akademischen Institutionen gehalten, gefolgt von 81 Vorträgen (39 Prozent), die aus der Industrie kamen und 14 Vorträgen von Forschungseinrichtungen.

Schaut man sich die Vortragsliste mit der EU-Brille an, dann kann man nur froh sein, dass Belgien und die Niederlande Mitglied der EU sind. Denn diese zwei Länder stemmen mehr als die Hälfte aller europäischen Beiträge. Das passt zu dem Bild, dass Europa im Bereich der Halbleiter-Forschung durchaus vorne mitspielen kann. Die meisten europäischen Vorträge, und das gilt natürlich auch ganz besonders für die Niederlande und Belgien, kommen aus dem akademischen Umfeld und von Forschungsinstitutionen, namentlich dem IMEC mit seinem Holst-Centre.

Deutschland ist mit zwei Vorträgen vertreten, und auch in diesem Fall stammen beide aus dem akademischen Umfeld. So ging es im Vortrag der TU Dresden um ein heterogenes Multiprozessor-SDR-SoC (SDR: Software Defined Radio) für 4G in 65 nm CMOS-Technologie, das es mit einer maximalen Frequenz von 446 MHz bei 1,2 V und 69 mW auf 105 GOPS bringt. Der zweite deutsche Vortrag wurde von der Universität von Wuppertal (in Zusammenarbeit mit IHP) gehalten, die bereits auf der ISSCC im Jahr 2012 ihre Terahertz-Video Kamera vorgestellt hatte. In dem diesjährigen Vortrag ging es um ein programmierbares 0,53-THz-16-Pixel-Array mit einer Strahlungsleistung von bis zu 1 mW, das mithilfe eines 0,13-µm-SiGe-BiCMOS-Prozess gefertigt wird.

Nimmt man die Anzahl der Vorträge als Maß für die Innovationskraft von Unternehmen, dann steht Intel mit acht Vorträgen an erster Stelle. Broadcom und MediaTek folgen an zweiter Stelle mit sechs Vorträgen, wobei der CEO und Chairman von MediaTek in diesem Jahr auch noch eine der Keynotes gehalten hat. Die hohe Anzahl von MediaTek-Vorträgen zeigt, dass das Unternehmen technologisch gesehen mittlerweile an vorderster Front mitspielt. Samsung und Toshiba kommen jeweils auf fünf Vorträge, IBM und STMicroelectronics auf jeweils vier. IBM ist auf jeder Konferenz vertreten, auf der es um neueste Forschungen in der Halbleiterindustrie geht. Sollte sich IBM allerdings dazu entschließen, sich jetzt doch endgültig von seiner Halbleiter-Division zu trennen, muss sich zeigen, was aus dem gigantischen Forschungs-Team wird und ob hier nicht ein wichtiger Innovationstreiber vom Markt verschwinden wird. Renesas Electronics hat in diesem Jahr ebenfalls drei Vorträge beigesteuert, was zeigt, dass trotz finanzieller Sorgen, die Forschung nicht vernachlässigt wird.