Europäisches Nanoelektronik Forum 2015: Die Gewinner der Innovation Awards

Das Forschungsprojekt NewP@ss hatte ein Gesamtvolumen von zirka 30 Mio. Euro, das jeweils zur Hälfte von Partnern aus der Industrie und Wirtschaft sowie nationalen Fördertöpfen zusammengetragen wurde.
Das Forschungsprojekt NewP@ss hatte ein Gesamtvolumen von zirka 30 Mio. Euro, das jeweils zur Hälfte von Partnern aus der Industrie und Wirtschaft sowie nationalen Fördertöpfen zusammengetragen wurde.

Auf dem Europäischen Nanoelektronik Forum werden traditionell besonders erfolgreiche Forschungsprojekte der drei großen Forschungsprogramme mit Innovation Awards ausgezeichnet, so auch in diesem Jahr. Drei Projekte mit völlig unterschiedlicher Ausrichtung machten diesmal das Rennen.

Auf dem Europäischen Nanoelektronik Forum 2015 in Berlin wurden aus den FP7-, CATRENE- und ECSEL-Projekten jeweils ein Gewinner für die prestigeträchtigen Innovation Awards gewählt. Bei CATRENE machte das Projekt NewP@ss das Rennen, in dem sichere Plattformen für die dritte und vierte Generation elektronischer Pässe entwickelt wurden. Bei den neuen Plattformen wurde unter anderem Near Field Communications (NFC) mit 16-facher Geschwindigkeit im Vergleich zur derzeitigen Generation implementiert und neue Kryptographie-Protokolle wie SAC und EACv.2.1 entwickelt. Die dritte Generation aus dem Projekt wurde bereits 2015 in die Serienfertigung überführt, ab 2018 folgt dann die 4. Generation. NewP@ss wurde Ende Juni abgeschlossen.

Beim zweiten Sieger-Projekt handelte es sich um E2SG (Energy to Smart Grid), das im Rahmen von ENIAC JU (Vorgängerprogramm zu ECSEL JU) durchgeführt wurde. Das Ziel von E2SG, an dem insgesamt 29 Partner aus neun Ländern beteiligt waren und das mit einem Budget von 32 Mio. Euro zu Buche schlug, bestand darin, Technologien zur intelligenten Verteilung der Energie vom Erzeuger zum Endverbraucher zu entwickeln. Indem das Stromnetz intelligent gemacht wird, sollen die verfügbare Energie effizienter genutzt und die Verluste verringert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden wichtige Schlüsseltechniken wie beispielsweise Schnittstellen zwischen Knoten und Netz, Kommunikation, Netztopologien und –steuerung sowie Energie-Routing entwickelt. Das Projekt, das eine Laufzeit von drei Jahren hatte, wurde im September 2015 abgeschlossen.

Unter den FP7-Projekten ging der Sieg an das SOI-HITS-Projekt (Smart Silicon-on-Insulator Sensing Systems Operating at High Temperature). Bei diesem Projekt ging es ebenfalls um Einsparungen auf der Energieseite, in diesem Fall aber auf Prozesse wie Verbrennung in Haushaltsboilern, Öl- und Gasspeichern und –transport, bezogen. Ziel war es, mindestens 15 Prozent des Energieverbrauchs von Haushaltsboilern zu reduzieren. Das entspricht bei rund 40 Mio. Boilern in der EU und einer Wachstumsrate von rund 15 Prozent pro Jahr einer Einsparung von rund 3,6 Mrd. Euro pro Jahr. Dazu mussten aber CMOS-kompatible SOI-MEMS-Sensorsysteme entwickelt werden, die in der Lage sind, mehrere Messungen gleichzeitig durchzuführen (Wasserdampf, Temperatur, Gas, UV/IOR, Fluss) und das unter widrigsten Bedingungen (bis zu 225 °C, hoher Anteil an Wasserdampf). Im Rahmen der Forschungsaktivitäten wurden diverse Demonstratoren wie beispielsweise ein Multisensor (225 °C) und ein konfigurierbarer Multi-Sensor (85 °C) entwickelt. An dem Projekt waren acht Partner beteiligt.