Forschungs- und Innovationsprogramm Deutsche Politik entdeckt die Mikroelektronik - endlich

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka und der Sächsische Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich haben gemeinsam mit Dr. Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender von Infineon Technologies, die politischen Rahmenbedingungen für eine wettbewerbsfähige Entwicklung und Fertigung in Deutschland diskutiert.
Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka und der Sächsische Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich haben gemeinsam mit Dr. Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender von Infineon Technologies, die politischen Rahmenbedingungen für eine wettbewerbsfähige Entwicklung und Fertigung in Deutschland diskutiert.

Dresden hatte heute die Größen der deutschen Politik zu Besuch. Aber nicht die Dresdner Oper war das Ziel, sondern die Gäste machten einen Ausflug in die Halbleiterfertigungen von Infineon und Globalfoundries - und ein neues Forschungsprogramm wurde angekündigt.

Nachdem die Mikroelektronik auf europäischer Ebene längst zu den Key enabling Technologies gehört, hat heute auch Bundesforschungsministerin Johanna Wanka erklärt: »Mikroelektronik ist Schlüsseltechnologie für die Digitalisierung.«

Wanka war natürlich nicht allein in Dresden unterwegs, sondern kam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch der sächsische Ministerpräsident Stanislav Tillich war dabei, der schon seit langem die Vorteile der Halbleiterindustrie für Sachsen erkannt und dementsprechend auch gefördert hat. Dort haben sie mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft am Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme über die strategische Zukunft der Mikroelektronik in Dresden, Deutschland und Europa diskutiert.

Wie positiv sich Tillichs Einstellung gegenüber der Halbleiterindustrie für den Standort Dresden ausgewirkt hat, zeigen folgende Daten:

  • Das Dresdner Mikroelektronik-Cluster ist heute das größte in Europa.
  • Mit rund 25.000 Beschäftigten erwirtschaftet die sächsische Mikro- und Nanoelektronik-Industrie einen Umsatz von rund 6 Mrd. Euro pro Jahr.
  • Das BMBF hat den Auf- und Ausbau dieser Schlüsselindustrie in und um Dresden seit der Wiedervereinigung in Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen stark unterstützt. Mit der Ansiedlung erfolgreicher Unternehmen flossen zusätzliche private Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe nach Sachsen.
  • Erst gestern hat Globalfoundries weitere Investitionen in Höhe von 220 Mio. Euro in Dresden angekündigt, die in die Entwicklung und den Kapazitätsaufbau einer 22-nm-FD-SOI-Prozesstechnik fließen sollen.

Europaweit ist die Mikroelektronik übrigens für insgesamt für 200.000 direkte und mehr als 1 Million indirekte Arbeitsplätze verantwortlich.

Der Besuch der Politiker war aber weit mehr als nur reine Nettigkeit, denn es wurde dabei auch ein neues Rahmenprogramm der Bundesregierung zur Förderung von Forschung und Innovation in der Mikroelektronik angekündigt. Das Programm soll durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Zusammenarbeit mit weiteren Ressorts bis Ende des Jahres erarbeitet werden und mit einem Volumen von 400 Millionen Euro bis 2020 ausgestattet sein.

Wanka: »Deutschland ist stark in der Mikroelektronik. Das hat uns der heutige Besuch hier in Dresden ganz klar vor Augen geführt. Die Konkurrenz schläft aber nicht und die Digitalisierung schreitet schnell voran. Deshalb müssen wir unsere Forschung, aber auch gute Rahmenbedingungen für Investitionen gemeinsam weiter ausbauen.« Die Mikroelektronik sei insbesondere für die Vernetzung von Produktion und Internet eine entscheidende Voraussetzung. »Wer Industrie 4.0 fördern will, braucht starke Chips. Ohne Sensoren sind Roboter "blind". Die Sensoren sind die Quelle der Daten, über die wir bei Industrie 4.0 und Smart Services immer reden«, so Wanka abschließend.