Infineon Technologies Den Erfindergeist entfesseln

Jürgen Hoika (links) und Johannes Breitschopf sind sich einig: Maker geben Impulse
Jürgen Hoika (links) und Johannes Breitschopf sind sich einig: Maker geben Impulse

Infineon war in diesem Jahr bereits zum 2. Mal auf der »Make Munich« vertreten, dieses Jahr als Silver-Sponsor, auch andere Maker-Fairs in Europa wurden schon besucht. Lohnt sich der Aufwand? »Auf alle Fälle«, so Jürgen Hoika, Senior Director Distribution Marketing bei Infineon Technologies.

Was verspricht sich ein Unternehmen wie Infineon davon, auf einer Maker-Konferenz vertreten zu sein? Laut Hoika sind es vorwiegend zwei Aspekte: Zum einen geht es darum, Leute, die sich noch in der Ausbildung befinden, mit Infineon-Technologien vertraut zu machen. Ein direkter Weg dahin sind Hochschulen, aus denen sich aus Hoikas Sicht Teile der Maker-Szene zusammensetzen. Einfach zu verstehen: Lernt man in seiner Ausbildung bereits, mit Infineon-Produkten umzugehen, wird man später im Beruf bevorzugt auf Infineon-Komponenten zurückgreifen. Hoika weiter: »Aber natürlich lassen sich so auch Kontakte zu Elektronikbegeisterten herstellen, die sich später für Infineon als Arbeitgeber entscheiden.«

Der zweite wichtige Aspekt: Aus der Maker-Szene heraus können Ideen zu Start-ups entstehen, die zu  großen Unternehmen werden können. Das ist für Hoika durchaus möglich, denn es zeige sich immer wieder, dass in der Maker-Szene irrwitzige (im positiven Sinne) Ideen verwirklicht werden, auf die alteingesessene Unternehmen so nicht kommen.

Gibt es denn auch in Deutschland eine so quirlige Start-up-Szene wie in den USA? Hoika: »Ja klar, auch deshalb engagieren wir uns in der Maker-Community und sind in diesem Jahr Silver-Sponsor bei der Make Munich.« Auch auf der Maker-Fair in Rom war Infineon mit einem Stand vertreten. Hoika: »Das ist Europas größte Maker-Fair mit über 100.000 Besuchern. Dort ist alles zu sehen, was „gemaked“ werden kann. Und ein Teil davon basiert auf Elektronik.« All die verschiedenen Maker-Fairs in Europa zeigten, dass allerorten ein durchaus interessantes Potential vorhanden ist. Darüber hinaus hat Infineon auf den letzten beiden professionellen Messen – electronica 2016 und embedded world 2017 – eine „Maker-Corner“ eingerichtet, die laut Hoika am Infineon-Stand jeweils die meisten Besucher hatte. »Der Andrang war wirklich enorm, nicht nur von jungen Menschen, auch viele Mitarbeiter von Industriekunden waren an der Maker-Corner interessiert. Auch das zeigt, dass es in Zentraleuropa durchaus sinnvoll ist, den Gedanken der Maker-Szene aufzugreifen«.

Laut Hoika gibt es aber noch andere Beispiele, die zeigen, dass die Maker-Szene wirklich unterstützt werden sollte. In diesem Zusammenhang verweist er auf das „UnternehmerTUM“ von der Technischen Universität München (TUM), bei dem Infineon ebenfalls Förderer ist. Das UnternehmerTUM bietet quasi jedem einen Rundum-Service, denn dort steht ein Team aus Unternehmern, Wissenschaftlern, Managern und Investoren bereit, mit insgesamt 140 Mitarbeitern. Zusätzlich gibt es eine Hightech-Werkstatt, der „MakerSpace“, laut UnternehmerTUM mit 1.500 m² Europas größter Werkraum, der mit Maschinen wie 3D-Druckern ausgestattet ist.

Die Initiative scheint sich zu lohnen: Auf der Webseite ist zu lesen, dass das 2002 von Susanne Klatten (BMW) gegründete UnternehmerTUM jährlich mehr als 50 Technologie-Gründungen ermöglicht und damit zu den führenden Gründerzentrum in Deutschland zählt. Auch Hoika ist von der Idee von UnternehmerTUM überzeugt: »Das ist ein Superkonzept. Man kann selbst mit geringem Kapital eine Idee bis zum Prototyp treiben und hat sogar die Möglichkeit, diesen Prototyp potentiellen Kunden und Investoren vorzustellen. Unterstützt wird man auch bei der Firmengründung und der Beschaffung von Venture-Capital. Das ist ein Fördersystem.« Hier ist Infineon als Industriepartner aktiv, einerseits indem das Unternehmen den MakerSpace mit freien Kits ausstattet, andererseits indem Projekte oder beispielsweise ein Hackathon mit betreut wird. »Dort werden spannende Anwendungen entwickelt. Man kann zukünftige Kunden kennenlernen und ganz neue Anwendungsfelder.«

Das UnternehmerTUM hat Anfang 2017 den Digital Hub „Mobility“ gestartet, eine Kooperation zwischen Automobilunternehmen und Mobilitätsdienstleistern, Zulieferern, Wissenschaftlern und der Digitalbranche. Ziel ist es, dass im Digital Hub Automobilunternehmen, Mobilitätsdienstleister, Zulieferer, Technologie-Startups sowie Partner aus der Wissenschaft, der öffentlichen Hand und der Digitalbranche gemeinsam an der Mobilität der Zukunft arbeiten. Es soll ein Experimentier- und Testumfeld für urbane Mobilitätskonzepte aufgebaut werden, das eine gemeinsame Entwicklung von Rahmenbedingungen für automatisiertes und vernetztes Fahren und die Entwicklung von Services für die vernetzte Mobilität ermöglicht. Hoika: »Infineon ist auch hier aktiv. Alle zusammen wollen wir eine Plattform für die vernetzte Mobilität entwickeln.«