TrendForce/DRAMeXchange Dämpfer für mobile DRAMs – aber blendende Aussichten

Umsatz-Ranking der DRAM-Preise für Mobilgeräte.
Umsatz-Ranking der DRAM-UMsätze für Mobilgeräte.

Die Preise für DRAMs, die in Mobilgeräte wandern, sinken – aber nur ganz leicht. Micron, der »David« unter den Top 3, konnte den Umsatz kräftig steigern.

Im ersten Quartal 2017 sind die DRAM-Preise für Mobilgeräte nur leicht um 1,7 Prozent zurückgegangen, wie die DRAMeXchange ermittelt hat. Saisonbedingt ist der Umsatz mit Smartphones im ersten Quartal 2017 gegenüber dem vierten Quartal 2016 um 23 Prozent gefallen, so DRAMeXchange. Laut Gartner ist er dagegen gegenüber dem ersten Quartal 2016 um 9 Prozent gestiegen. Das mag ein Grund dafür sein, dass die Vertragspreise für „mobile“ DRAMs weiter angezogen haben, so dass der Umsatz mobiler DRAMs insgesamt nur einen kleinen Dämpfer abbekam.

Während die Umsätze der DRAM-Hersteller Samsung und  SK Hynix leicht fielen, konnte Micron gegen den Trend um nicht weniger als 22,3 Prozent zulegen. Dennoch kommen Samsung und SK Hynix zusammen auf einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Micron hinzugerechnet, liegt der Anteil der Top 3 laut DRAMeXchange bei 97,7 Prozent, die Top 3 teilen also den Markt weitgehend unter sich auf.

Die DRAMeXchange, eine Tochter von TrendForce, geht davon aus, dass sich der Smartphone-Markt im zweiten Quartal wieder erholen wird. Gleichzeitig würden auch die Vertragspreise für mobile DRAMs weiter moderat wachsen. Der Umsatz der drei Hersteller mit mobilen DRAMs sollte also ebenfalls weiter steigen, diese Typen werden einen größeren Anteil am Gesamtumsatz der Hersteller einnehmen.  

Samsung liegt nicht nur bezüglich des Umsatzes an erster Stelle, auch technisch ist das Unternehmen laut DRAMeXchange/TrendForce führend. Deshalb konnte Samsung seine Position hinsichtlich des Umsatzes weiter ausbauen, denn wer technisch vorne ist, kann zu den günstigsten Preisen produzieren und Marktanteile gewinnen. Im ersten Quartal brachte Samsung die 18-nm-DRAMs auf den Markt und fuhr die Produktion der 20-nm-Vorgänger zurück. Mitte des dritten Quartals werde Samsung der DRAMeXchange zufolge schon 50 Prozent der mobilen DRAMs auf Basis des 18-nm-Prozesses fertigen.

Im ersten Quartal hatte die Nachfrage chinesischer-Smartphone-Hersteller wie Oppo und Vivo etwas hinter den Erwartungen zurückgelegen, wovon Samsung genauso betroffen gewesen wäre wie von technischen Problemen beim Übergang zur 18-nm-Generation. Deshalb sei der Umsatz von Samsung leicht auf 3,16 Mrd. Dollar gefallen, was einem Marktanteil von 58,4 Prozent entspricht.

Für SK Hynix stehe laut DRAMeXchange/TrendForce im Vordergrund, die Ausbeute des 21-nm-Prozesses zu verbessern. Wenn dies von Erflog gekrönt würde, könnte SK Hynix künftig mehr LPDDR4- und LPDDR4X-DRAMs absetzen. Außerdem wolle Hynix die Kapazität der Fab M14 auf 80.000 Wafer pro Monat steigern.

Was die Prozesstechnik angeht, plane SK Hynix zu Prozessen mit Strukturen unter 20 nm überzugehen, 18-nm-DRAms für mobile Geräte könnten Ende des Jahres auf den Markt kommen, die Massenproduktion würde frühestens im ersten Quartal 2018 starten.

Micron hat im ersten Quartal 2017 einen Umsatz von 830 Mio. Dollar erzielt. Das Unternehmen konnte vom starkem Bedarf seiner Hauptkunden Apple und Huawei profitieren. Derzeit fertigt Micron die mobilen DRRAMs vor allem auf Basis der 25-nm-Prozeses. Auf der 20-nm-Ebene sei Micron dabei, die Ausbeute zu erhöhen, um die Produktion mehr und mehr auf diesen Prozess zu verlagern.

Und welche Hersteller  fertigen neben den Top 3 mobile DRAMs? Wie DRAMeXchange berichtet, wiesen Nanya und Winbond im ersten Quartal ein Wachstum für mobile DRMAs aus. Bei Nanya sei er moderat ausgefallen, würde aber weiter wachsen, weil die DRAMs Einsatz in Einsteiger-Smartphones und IoT-Geräten fänden, deren Speicherbedarf wachse.

Winbond lege den Schwerpunkt auf spezielle mobile DRAMs und habe im ersten Quartal die Steigerung des Umsatzes zwischen 5 und 10 Prozent pro Quartal fortsetzen können.