IHS-iSuppli-Studie Cloudspeicher senken NAND-Bedarf

Einer aktuellen Studie von IHS iSuppli zufolge sinkt die durchschnittliche Speicherkapazität von NAND-Flash in Smartphones und Tablet-PCs, weil immer mehr Daten nicht mehr lokal auf dem mobilen Gerät, sondern in der Cloud gespeichert werden.

Bei Smartphones waren in der ersten Jahreshälfte 2012 in jedem Smartphone noch durchschnittlich 13,2 GByte an NAND-Speicher integriert, 2013 werden es der Studie zufolge nurmehr 12,8 GByte sein. Ganz anders sah es dagegen im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich mit 2012 aus: Hier erhöhte sich der NAND-Bedarf pro Smartphone von 4,6 auf 13,2 GByte.

Genau der gleiche Schwund sei bei Tablet-PCs festzustellen: Hier lag der durchschnittliche NAND-Bedarf pro Tablet-PC schon 2012 im Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2011 um 25 Prozent niedriger, statt 32,1 wurden pro Tablet-PC nur 24 GByte integriert. Und auch hier setzt sich der Rückgang fort, IHS-iSuppli-Analyst Ryan Chien prognostiziert für 2013 gar eine 42-prozentige Abnahme auf nur noch 14 GByte. Typischerweise haben 10-Zoll-Tablet-PCs derzeit eine Speicherkapazität von 16 bis 32 GByte, bei der 7-Zoll-Variante sind es 8 und 16 GByte.

Weil gerade Smartphones und seit ein paar Jahren Tablet-PCs den weltweiten Bedarf an NAND-Flash in die Höhe getrieben haben, schlage das nun voll durch und führe zu einem insgesamt sinkenden NAND-Bedarf. Das wird Chien zufolge auch nicht durch µSD-Karten aufgefangen, weil mehr und mehr Daten in der Cloud gespeichert werden und somit Erweiterungsspeicher obsolet werde. Und wenn der Tablet-PC-Hersteller erst gar keinen µSD-Kartenslot vorgesehen hat, sondern nur embedded-NAND-Flash verfügbar ist, ist diese Möglichkeit der Speichererweiterung für den Anwender gar nicht gangbar.

Ob die Strategie der NAND-Hersteller aufgeht, die nun SSDs (Solid State Disks) forcieren, um den Bedarf an NAND-Speicher zumindest zu halten, wenn nicht gar zu erhöhen, bleibt abzuwarten. Micron Technology und Sandisk etwa setzen laut Chien verstärkt auf diese Schiene: Dem Ziel, 10 Prozent des Umsatzes mit SSDs zu generieren, seien die beiden Hersteller schon sehr nahe gekommen, ihre Pläne gingen aber jetzt schon dahin, mit SSDs – die etwa in Ultrabooks als einziger Datenspeicher verwendet werden – einen noch höheren Umsatzanteil zu erreichen.