Hat der Höhenflug ein Ende? China bremst Speicherpreise


Auf einer Fläche von 2,89 km² fertigt Samsung in der weltgrößten Fab in Pyeongtaek 3D-NAND-Flash-Speicher-ICs und will in diese Fab bis 2021 über 26 Mrd. Dollar investiert haben.
Samsung könnte die DRAM-Fertigung im Werk in Pyeongtaek laut DRAMeXchange früher starten als ursprünglich geplant.

Die Preise von DRAMs steigen 2018 laut DRAMeXchange auf chinesische Intervention hin nur mehr moderat, DRAMs für Mobilgeräte etwa nur um 3 % in 1Q18.

Diesen dämpfenden Effekt auf die DRAM-Preise trauen die Analysten von DRAMeXchange einem Treffen zwischen der chinesischen National Development and Reform Commission (NDRC) und Vertretern von Samsung zu, das kurz vor Weihnachten stattgefunden hatte.

Denn China ist inzwischen zum größten Importeur von DRAMs aufgestiegen, weshalb Marktinterventionen von chinesischer Seite durchaus Einfluss auf die Gesamtentwicklung nehmen könnten. Samsung allein hätte 2017 über 50 Prozent des DRAM-Umsatzes in China gemacht. Im dritten Quartal 2017 hatte Marktführer Samsung laut DRAMeXchange einen Anteil von 45,8 Prozent am weltweiten DRAM-Umsatz und 37,2 Prozent am weltweiten NAND-Flash-Umsatz erreicht.

Während des Treffens hätte die NDRC ihren Unmut darüber Ausdruck verliehen, dass Samsung eines der Unternehmen sei, das für den Preisanstieg von Speicher-ICs verantwortlichen wäre.   

Tatsächlich sind die durchschnittlichen Verkaufspreise von DRAMs und NAND-Flash-ICs im vergangenen Jahr kräftig nach oben geschossen: Nach Schätzung von Avril Wu, Research Director von DRAMeXchange, sind sie im vergangenen Jahr um jeweils rund 40 Prozent geklettert.

Daraufhin haben chinesische Hersteller auf ein Treffen zwischen der NDRC und Samsung gedrängt. »Die chinesischen Smartphone-Hersteller haben die NDRC gebeten, Samsung auf Monopolverhalten hin zu untersuchen und hoffen drauf, dass sich Samsung und andere DRAM-Hersteller jetzt genau überlegen würden, ob sie weitere Preiserhöhungen auslösen wollten«, sagt Wu.

Auch die chinesischen Hersteller von PCs und Servern würden unter dem Preisanstieg der DRAMs- stöhnen. Sie hätten darauf reagiert, indem sie die Speicherdichte ihrer Geräte nicht weiter erhöht hätten und seit dem 3. Quartal verstärkt DRAMs auf Lager legten. Gerade im Sektor der DRAMs für Server sie die Knappheit besonders stark. Weil die Datenzentren in den USA kräftig wüchsen, seien Server knapper geworden und die Preise ebenfalls gestiegen.

Die großen DRAM-Hersteller werden aber nach Informationen von DRAMeXchange ihre Kapazitäten zumindest in der ersten Hälfte 2018 nicht nennenswert erweitern. Wenn, dann würden  Ausbaupläne frühestens in der zweiten Jahreshälfte umgesetzt. Deshalb werde sich in diesem Sektor der Preisanstieg fortsetzen.

Im Sektor der DRAMs für Mobilgeräte könnten die Aktionen der NDRC – sowie die etwas rückläufigen Lieferungen der chinesischen Smartphone-Hersteller – die Preise im ersten Quartal 2018 bereits beeinflussen. Trotz der angespannten Produktion hätte Samsung darauf geachtet, die Preise für chinesische Hersteller zu senken. Deshalb hat DRAMeXchange die aktuelle Prognose für den Preisanstieg mobiler DRAMs von plus 5 Prozent auf jetzt nur mehr plus 3 Prozent gesenkt.