Das 1. Signal Chain Forum der Markt & Technik Analogtechnik ist spannend

Das 1. Signal Chain Forum der Markt & Technik.
Das 1. Signal Chain Forum der Markt & Technik.

Am 1. Juli fand in Stuttgart das erste Signal Chain Forum der Markt&Technik statt. Der Mut, dieses neue Thema anzubieten, wurde belohnt: Offensichtlich trafen die Themen einen Nerv der Entwickler, und das Forum war ein voller Erfolg.

In diversen, zum Teil parallel laufenden Vorträgen griffen Experten Probleme aus dem Alltag eines Entwicklers auf und wiesen auf Möglichkeiten hin, wie sich diese lösen lassen. So ging Kris Lokere, Strategic Applications Manager bei Linear Technology, beispielsweise auf Probleme hinsichtlich der Langzeitstabilität von genauen Spannungsreferenzen ein. Egal ob mechanischer Stress (Druck, Feuchtigkeit, thermische Hysterese etc.) oder Alterungseffekte und damit Veränderungen des elektrischen Verhaltens (Migration, Deformationen etc.) die Drift verursachen: Die Ausgangsspannung stabil zu halten, ist alles andere als trivial. Lokere gibt deshalb auch unumwunden zu: »Die Langzeitstabilität lässt sich nur in einem bestimmten Maß vorhersagen und verbessern.« Er empfiehlt aber auf alle Fälle, hohe Temperaturen soweit wie irgend möglich zu vermeiden – denn diese beschleunigen den Alterungsprozess. Außerdem sei der Einsatz von Burn-in-Produkten zu bevorzugen, um das Problem mit der Anfangsdrift in den Griff zu bekommen. Darüber hinaus sollten die Entwickler nicht nur die Werte für die Langzeitdrift in den Datenblättern beachten sondern dabei unbedingt berücksichtigen, dass bei diesen Werten ein Betrieb bei konstanter Temperatur angenommen wird. Daneben gibt es aber auch Spannungsreferenzen, die sich dank hermetisch dichtem Gehäuse durch eine bessere Langzeitstabilität und durch eine geringere Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit und thermische Hysterese auszeichnen – das ist dann wohl der einfachste Weg. Aber auch ein verändertes Leiterplatten-Layout kann laut Lokere die Stabilität der Referenz zum Positiven beeinflussen.

Ganz dem Thema Leiterplatte widmete sich Simon Muff, Team Leader Customer & Sales Support bei ANSYS Germany. Da immer mehr Leiterplatten mit vielen Spannungsdomänen versehen sind, hält er die quantitative Beurteilung der Stromverteilung für enorm wichtig. »Die steigenden Anforderungen an deren Störfestigkeit stellen eine immer komplexere Designaufgabe dar und erhöhen die Kosten. Um bereits beim virtuellen Prototypenentwurf Einsparpotenziale zu erkennen und zu nutzen, sowie um spätere Fehler im EMV-Bereich zu eliminieren, ist die simulationstechnische Optimierung komplexer Leiterplatten unerlässlich«, so Muff.

Über diese beiden Beispiele hinaus behandelten die zahlreichen Vorträge des Programms eine Vielzahl weiterer Themen rund um den Entwurf der optimalen Signalkette. Doch die Teilnehmer konnten nicht nur aus den Vorträgen unmittelbar nutzbare Informationen mitnehmen – zusätzlich hatten sie die Gelegenheit, sich in der parallel stattfindenden Ausstellung ausgiebig mit den Experten auszutauschen und die neuesten Angebote und Lösungen genau unter die Lupe zu nehmen.

In der Summe war es eine sehr gelungene Veranstaltung. Einen kleinen Eindruck zum diesjährigen Forum bietet unsere - nicht immer ganz ernste - Bilderstrecke.

Und für nächstes Jahr haben wir bereits die eine oder andere Idee, was wir noch besser machen können, um das Forum optimal auf die Bedürfnisse der Teilnehmer zuzuschneiden.

Bilder: 8

1. Signal-Chain-Forum

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