Gartner 311 Mrd. Dollar sollen mit Halbleitern möglich sein

Die zehn wichtigsten Halbleiterhersteller nach Umsatz geordnet (Mrd. Dollar)

2012 ist der Halbleiterumsatz auf unter 300 Mrd. Dollar gesunken. Dieses Jahr soll laut Gartner die 300-Mrd.-Dollar-Marke aber wieder übersprungen werden.

Die jetzt prognostizierten 311 Mrd. Dollar Halbleiterumsatz in diesem Jahr stellt eine Abwärtskorrektur der Zahlen dar, die Gartner noch im dritten Quartal 2012 abgegeben hatte. Damals prognostizierte das Marktforschungsunternehmen noch 330 Mrd. Dollar für dieses Jahr. Wirtschaftliche Probleme und eine Bereinigung von Lagerbeständen hätten diese Korrektur notwendig gemacht.

Allerdings ist bereits das Jahr 2012 schlussendlich schlechter als erwartet ausgefallen. Denn im dritten Quartal 2012 war noch prognostiziert worden, dass der weltweite Halbleiterumsatz 2012 auf 309 Mrd. Dollar steigen wird, jetzt ist nur noch von 298 Mrd. Dollar die Rede. »Die drohende Fiskalklippe, die Europäische Schuldenkrise, ein verlangsamtes Wachstum in den Schwellenmärkten und regionale Spannungen tragen alle ihren Anteil an unserer nach unten korrigierten Prognose, und das gilt sowohl für das letzte wie auch dieses Jahr«, erklärt Peter Middleton, Principal Analyst bei Gartner.

Hinzu kam noch, dass sich die DRAM-Preise im letzten Jahr nicht erholen konnten. Middleton ist der Überzeugung, dass die Preise auch bis zur zweiten Hälfte dieses Jahres unter Druck stehen werden. Dann sollen aber reduzierte Produktionskapazitäten den Markt wieder in eine Unterversorgung treiben. Damit soll dann auch der Wendepunkt für die gesamte Halbleiterindustrie erreicht sein: die Speicher sollen die Erholung des Marktes mit einem Plus von 15,3 Prozent anführen, der gesamte Halbleitermarkt soll 2014 auf 342 Mrd. Dollar steigen, was einem Plus von 9,9 Prozent gegenüber diesem Jahr entsprechen würde.

»Apple-Effekt«

Doch zurück zu diesem Jahr. Laut Middleton behält der »Apple-Effekt« auch in diesem Jahr seine Gültigkeit und damit den NAND-Speichern und den ASICs zu Wachstumsraten von 17,2 Prozent respektive 9,4 Prozent verhelfen. Gartner zählt die A4-, A5- und A6-Applikationsprozessoren von Apple zu den ASICs, aber die ASICs sollen auch von einer neuen Generation von Spielekonsolen profitieren, die Ende letzten Jahres und in diesem Jahr auf den Markt kommen.

Obwohl die PC-Produktion im letzten Jahr um 2,5 Prozent zurückgegangen ist, erwartet Gartner auch für dieses Jahr eine schwache Nachfrage. Allerdings sollen jetzt endlich die Ultramobile-PCs deutlich zunehmen, jedoch von einer kleinen Basis aus. Dass der PC-Markt weiter unter Druck bleibt, führt Middleton auf die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurück, die einer Verlängerung der PC-Lebensdauer führt. Allerdings steigt die PC-Lebensdauer sowieso, denn viele Anwender nutzen mittlerweile neben ihrem PC noch zusätzlich Tablets.

Doch nicht nur die PCs haben mit der Wirtschaftslage zu kämpfen, auch die Produktion von Mobiltelefonen ist im letzten Jahr nicht so stark gestiegen wie bisher. In diesem Jahr sollen weltweit die Stückzahlen von Smartphones um 33 Prozent steigen. Wachstumstreiber sind in dem Fall allerdings die einfacheren Smartphones, denn Middleton geht davon aus, dass Android-basierende Einstiegsvarianten in Schwellenländern in diesem Jahr besonders stark wachsen werden.

Tablets sollen von den Stückzahlen her in diesem Jahr sogar um 38,5 Prozent wachsen und auf 207,1 Mio. Einheiten kommen. Auch hier sind die kostengünstigeren Modelle der Wachstumstreiber. Middleton: »Der Erfolg von Amazons Kindle Fire, Google Nexus 7 und Apple iPad Mini zeigen die Chancen für kleinere Tablets mit dem richtigen Preis. Allerdings fällt auch der Markt mit White-Box-Tablets stärker als erwartet aus.«