Canyon Bridge Capital Partners 1,3 Mrd. Dollar für Lattice Semiconductor

Lattice bietet Systeme für verschiedene Anwendungen in Autos an.
Lattice Semiconductor bietet programmierbare Bausteine an, die die Lücke zwischen Bildsensor- und Videobildschirm-Schnittstellen sowie zwischen Automotive-Schnittstellen schließen können.

1,3 Mrd. Dollar lässt sich Canyon Bridge Capital Partners den Kauf von Lattice Semiconductor kosten. Das bedeutet ein Plus von 30 Prozent auf den Aktienpreis. Aber was bedeutet es für Lattice?

Jetzt ist Xilinx der letzte noch selbständige große FPGA-Hersteller. Nun stand Lattice aber auch gar nicht mehr stark in Wettbewerb zu Xilinx, sondern hatte sein Heil im Bereich der programmierbaren Logik-ICs mit niedrigeren bis mittleren Komplexitäten für Anwendungen rund ums Internet of Things gesucht. Die Strategie bestand darin, nicht ausschließlich auf FPGAs zu setzen, wie zuletzt die Übernahme von Silicon Image im vergangenen Jahr deutlich gemacht hatte.

Jetzt sieht es so aus als würde der neue Eigentümer Canyon Bridge diese Strategie fortführen wollen, das Unternehmen hat jedenfalls bestätigt, dass das bisherige Management-Team die Geschäfte von Lattice wie gehabt weiterführen werden.

Bei Canyon Bridge handelt es sich um eine relativ junge Private-Equity-Firma, die allerdings von alten Silicon-Valley-Hasen geleitet wird und sich ein Standbein im Halbleiterbereich sichern will. Mit dem neuen Eigentümer könnte die bisherige Lattice sich entsprechend der IoT-Strategie über weitere Zukäufe für künftiges Wachstum positionieren.

»Wir können uns nun darauf fokussieren unsere langfristigen Pläne umzusetzen. Ganz wichtig ist, dass wir weiter als selbständige Tochterfirma arbeiten können  und keine Änderungen in unserem Tagesgeschäft erwarten«, sagt Darin G. Billerbeck, CEO von Lattice.

Und Ray Bingham, Founding Partner von Canyon Bridge, erklärt, dass das Potenzial der Low-Power-FPGAs sowie der Video- und der ICs für die drahtlose Kommunikation von Lattice das Investment rechtfertigten und von dort aus weiteres – und nach der Übernahme – beschleunigtes Wachstum möglich sei.

Noch Anfang der 90er Jahre hatte es so ausgesehen, als ob große Firmen wie Toshiba, TI, AT&T (später Lucent) und Intel durchaus Chancen hätten, im FPGA-Markt erfolgreich zu sein und sich gegenüber den Start-up-Firmen wie Xilinx und Actel durchzusetzen. Dann stellte sich heraus, dass das FPGA-Geschäft nicht gut in das Konzept von größeren Firmen mit zumeist breiterem Produktspektrum passt. So verkaufte Intel die FPGA-Einheit noch in den 90er Jahren – an Altera, die sich Intel vor kurzem nun wieder einverleibt hatte. Nachdem jetzt Actel bei Microsemi gelandet ist, bleibt es interessant zu beobachten, wie die neuen Eigentümer mit ihren Neuzugängen zu Recht kommen werden.