DSM Computer »Wir packen die Herausforderung an«

Dank des Ausbaus der Standard-Produktpalette, der steigenden Anzahl an Custom Designs und durch die solide Finanzdecke sieht sich DSM Computer gut gerüstet für das Jahr 2009. Bernd Gallenberger, Vorstandsvorsitzender von DSM Computer, im Gespräch über Strategien, um auch im derzeit schwierigen Wirtschaftsumfeld erfolgreich zu sein.

Sie haben unlängst ein angrenzendes, unbebautes Grundstück zugekauft. Waren Sie auf Schnäppchenjagd oder verfolgen Sie mit dem Kauf eine langfristige Strategie?

Bernd Gallenberger: Wir haben gerade erst unser Werk in München auf eine Fläche von über 5000 m² vergrößert. Unsere komplette Produktpalette an Industrierechnern und Embedded-Systemen wird ausschließlich im Münchner Westen gefertigt, denn »Made in Germany« ist nach wie vor ein für unsere Kunden wichtiges Verkaufsargument. Schlanke Prozesse und ausgeklügelte Technologien machen den Fertigungsstandort Deutschland für uns weiterhin attraktiv. Im letzten Jahr haben wir auch – nicht zuletzt wegen der hohen Nachfrage nach kundenspezifischen Systemen – unsere Entwicklungskapazitäten deutlich ausgebaut. Deshalb nehmen wir natürlich gerne die Chance wahr, durch den Grundstückskauf und die damit verbundene Standorterweiterung unser zukünftiges Wachstum zu ermöglichen.

Wie soll das Grundstück genutzt werden?

In einem neuen, zweigeschossigen Gebäude wollen wir mittelfristig unsere Fertigungskapazitäten weiter vergrößern. Darüber hinaus werden wir die Bereiche Entwicklung und Technik konzentrieren und ausbauen. Nachdem jetzt die Bauplanungsphase abgeschlossen ist, treten wir nun in die Projektierungsphase und können dann bei Bedarf – abhängig von der Marktentwicklung – im nächsten Jahr mit dem Bau beginnen.

Einige Unternehmen bauen ein neuen »Campus« – warum bevorzugen sie ein organisches Wachstum, Haus um Haus?

Wir konnten in den letzten Jahren unseren Umsatz und den Gewinn kontinuierlich steigern. Dadurch haben wir eine solide Finanzdecke als gute Reserve für schlechte Zeiten geschaffen und sind dank der hohen Eigenkapitalquote heute von Banken unabhängig. Dennoch wollen wir unser Wachstum Schritt für Schritt gestalten, ein Vorgehen, das sich in der Vergangenheit bewährt hat. Zu viele Unternehmen sind mit ihren allzu ehrgeizigen Plänen auf den Bauch gefallen.

Wie beurteilen Sie das momentane Wirtschaftsklima?

Das schwierige Wirtschaftsumfeld beeinflusst natürlich auch den industriellen PC-Markt. Jedoch sind die Anwendungsgebiete, in denen Embedded- und Industriecomputer eingesetzt werden, gerade in den letzten Jahren enorm gestiegen. Neue, immer leistungsfähigere Prozessortechnologien geben den Impuls für vielfältige Anwendungen und öffnen damit neue Zielmärkte für industrielle Rechnerlösungen.

Wie konnte die DSM ihr stetes Wachstum sichern?

Wir haben unsere Produktpalette kontinuierlich weiterentwickelt und in den letzten Monaten neue Rechnerfamilien vorgestellt, wie z.B. die BookSize- und die Pico-Box-PCs. Bewährt hat sich auch der Ausbau von kundenspezifischen Projektlösungen, wodurch die Zahl der gewonnen Design-Ins stark angestiegen ist.

Wie können Sie die anwendungsspezifischen Rechnerlösungen in kurzer Designzeit kostengünstig entwickeln und fertigen?

Wir unterscheiden die Schwerpunkte »Standard«, »Modified« und »Customized«. Die Standardsysteme aus unserem Bluebook-Katalog sind in verschiedenen Konfigurationen erhältlich und unterscheiden sich in punkto Prozessor, Speicherausbau und Massenspeicher. Dank der breiten Produktpalette können wir sehr schnell komplette Geräte produzieren.

»Modified«-Lösungen sind auf die jeweilige Anwendung angepasste, bereits verfügbare Standardprodukte, beispielsweise durch die Integration eines neuen CPU-Boards oder einer speziellen Erweiterungskarte, durch geringfügige mechanische Änderungen bzw. eine kundenspezifische Lackierung des Gehäuses einschließlich Kunden-Logo. Unter »Customized« verstehen wir die Entwicklung eines applikationsoptimierten PC-Systems von der Idee bis zum Serienprodukt mit speziell entwickeltem Gehäuse, individueller Anordnung der Komponenten und eventuell sogar einer kundenspezifischen Board- Lösung. Auch hier nutzen wir natürlich unsere Erfahrung mit dem modularen Standardportfolio, um schnell und kostengünstig innovative Custom-Designs zu realisieren.