Mehr Freiheit bei der Wahl der Hardware Standardisierung von Softwaretools

Stefan Skarin, IAR Systems: »Kunden, die ihre Toolchain standardisieren, reduzieren nicht nur effektiv ihre Kosten, sondern schaffen für sich auch entscheidende Spielräume zur Entwicklung von Technologien der nächsten Generation.«
Stefan Skarin, IAR Systems: »Kunden, die ihre Toolchain standardisieren, reduzieren nicht nur effektiv ihre Kosten, sondern schaffen für sich auch entscheidende Spielräume zur Entwicklung von Technologien der nächsten Generation.«

In der Industrie werden Standards für Hardwarekomponenten als auch für nicht-proprietäre Middleware festgelegt, um Zeit, Geld und personelle Ressourcen zu sparen. Dies trifft auch bei Tools für die Entwicklung von Embedded-Anwendungen zu, ist sich Stefan Skarin, CEO von IAR Systems sicher.

Markt&Technik: »Standardisierung« ist derzeit der Schlüsselbegriff bei IAR Systems. Was genau ist darunter zu verstehen?

Stefan Skarin: Standardisierung lässt sich natürlich in verschiedenen Bereichen finden. Für einen Compiler müssen Sie zum Beispiel alle entsprechenden C- und C++-Standards erfüllen. Aber bei IAR Systems ist mehr damit gemeint: Mit der Nutzung von nur einer Toolchain für alle Mikrocontroller-Architekturen können unsere Kunden die Kosten für Schulung und Wartung erheblich senken und ihren Beschaffungsprozess vereinfachen.

Warum würde das den Beschaffungsprozess vereinfachen?

Viele unserer Kunden unterschätzen, wie viele Softwaretool-Lizenzen sie tatsächlich besitzen. Wenn sie glauben 30 zu haben, sind es meist eher 100. Durch die Standardisierung auf uns als ihren Tool-Anbieter können wir sie dabei unterstützen, ihre vielleicht auf verschiedene Niederlassungen verstreuten Lizenzen zu verwalten, sie auf dem Stand der neuesten Architekturen zu halten und ihre Produkt-Roadmap zu steuern.

Die Unternehmen können also ihr Software-Budget optimieren.

Ja, aber nicht nur. Sie erhöhen auch ihre Flexibilität, wenn es darum geht ihre COGS, also ihre direkten Kosten, zu reduzieren. Die Reduzierung von Hardware-Kosten ist einer der Schlüssel zu einem echten Return on Investment. Mit unseren Compilern und Debuggern lässt sich der Code verkleinern, so dass weniger RAM und Flash-Speicher benötigt wird. Der Code wird schneller, so dass nur noch kleinere MCUs benötigt werden. Und unsere Tools helfen bei der Optimierung des Stromverbrauchs, so dass kleinere Batterien eingesetzt werden können. Wenn also unser Kunde auf einen anderen, günstigeren Mikrocontroller wechseln will, geben wir ihm die Freiheit, das auch zu tun.

Aber warum sollte ein Unternehmen ausgerechnet auf die Toolchain von IAR standardisieren?

Weil IAR Systems das einzige Unternehmen ist, das ein so breites Spektrum an Architekturen unterstützt, so dass eine Standardisierung überhaupt möglich ist. Bei uns gibt es keine Lücken bei den relevanten Architekturen und wir unterstützen sämtliche ARM-Architekturen. Nehmen Sie unser Entwicklungstoolset IAR Embedded Workbench: Es ist für alle ARM-Architekturen verfügbar sowie für Mikrocontroller von Atmel, Freescale, STMicroelectronics, Texas Instruments oder Renesas. Die Kunden können sich frei zwischen 8-, 16- und 32-Bit-Projekten bewegen und ihre Anwendung entwickeln, ohne sich zu sehr um die zugrunde liegende Hardware kümmern zu müssen. Neben dem technischen Vorteil erhöht es auch massiv den Verhandlungsspielraum unserer Kunden, denn sie können sich zwischen den besten Angeboten der verschiedenen Chipanbieter entscheiden. Keine andere Toolchain bietet ihnen diese Freiheit.

Also keine Abhängigkeiten vom Mikrocontroller mehr?

Wer im Rahmen desselben ARM-Kerns bleibt, ist nahezu unabhängig. Kunden haben uns berichtet, dass sie 70 bis 90 Prozent des Codes nur noch einmal kompilieren müssen, selbst wenn sie die Mikrocontroller-Architektur vollständig gewechselt haben. Standardisierung ist jedoch nur auf einer großen soliden Basis möglich. IAR Systems verkauft im Jahr über 10.000 Lizenzen. Daraus ergeben sich ein wertvolles Ökosystem, ein zuverlässiges Support-System und die Verfügbarkeit von Mitarbeitern, wie zum Beispiel qualifizierte IAR-Entwickler. IAR Systems ist bekannt für die Qualität seiner Compiler - ein robustes Produkt mit großer Standard-Compliance gepaart mit dem kleinsten Footprint und großer Geschwindigkeit. IAR Systems ist auch ein Pionier für Tools zur Entwicklung von stromverbrauchsoptimierter Software.

Indem sie sich also auf einen einzigen Softwaretool-Anbieter beschränken, werden Unternehmen flexibler?

Ganz sicher. Es gibt keinen ‚lock in‘ auf einen speziellen Mikrocontroller, das minimiert das finanzielle und technologische Risiko. Zum Beispiel können sie ohne Extraschulung für das Entwicklungsteam ganz einfach auf eine andere Architektur migrieren. Als einer der führenden Anbieter in diesem Bereich bieten wir auch zuverlässige Services und sind insbesondere bekannt für unseren hochwertigen technischen Support. Daraus ergeben sich für unsere Kunden ein schnelleres Time-to-market und eine Produkt-Roadmap, die sie tatsächlich steuern können.

Hat die Freiheit in der Hardware-Wahl Auswirkungen auf die Entwicklung zukünftiger Anwendungen?

Natürlich. Mit der Standardisierung auf IAR Systems können Unternehmen finanzielle, aber auch kreative Ressourcen freisetzen, die sie für die Entwicklung von Produkten der nächsten Generation nutzen können. Derzeit steht bei OEMs und Systementwicklern die Entwicklung von energieeffizienten Geräten ganz oben auf der Wunschliste. Mit unserer Power Debugging Technologie können Designer ihren Code ganz einfach analysieren, Verbrauchsspitzen identifizieren und den Code entsprechend optimieren. Wir stellen sicher, dass der Entwickler mit unseren Tools immer alles zur Hand hat, was er für das Design zukunftssicherer Produkte benötigt.

In enger Zusammenarbeit mit den Chipherstellern sind wir sogar in der Lage Tools anzubieten, noch bevor der entsprechende Mikrocontroller auf dem Markt ist. Mit den richtigen Tools im richtigen Moment helfen wir unseren Kunden, das Time-to-market ihrer Produkte zu beschleunigen und sich einen echten Wettbewerbsvorsprung zu verschaffen.