Software statt Hardware Sercos III Master

Nach einer fast einjährigen Entwicklungsphase erweitert Sybera mit einem PC-basierenden Sercos III Master sein Echtzeit-Bibliotheksprogramm. Der Sercos III Master erfüllt die Anforderungen der Spezifikation 1.1.2 und ist wie die anderen Sybera-Master-Bibliotheken als offenes Programmiersystem gestaltet.

Mit dem PC-basierenden Sercos III Master und der X-Realtime Engine entfällt die Notwendigkeit einer separaten Sercos-Controller-Hardware, da die Master-Steuerung direkt vom PC aus mit Standard-Ethernet-Adaptern umgesetzt wird - und das mit Sampling-Raten unter 100 µs. Durch die Erweiterung der Ethernet-Transportschicht (Ethernet Realtime Core) werden nun weit mehr als 70 Standard-Ethernet-Adapter unterstützt.

Der Sercos III Master wird von Sybera als offenes Echtzeit-Bibliothekssystem angeboten und ermöglicht dem Entwickler die Programmierung einer deterministischen Steuerung für Sercos-III-Geräte. Der Entwickler soll dabei die Möglichkeit haben, durch einfache Interface-Funktionen Steuerungsprojekte programmieren und eigene Anwendungen graphisch gestalten zu können. Wie bei den standardisierten Programmoberflächen muss der Entwickler durch Bibliotheksfunktionen die Möglichkeit haben, die Parametrierung und die logische Verknüpfung zu realisieren. Dies wird mit einem flexiblen IDN-Parameterierungssystem ermöglicht. Darüber hinaus muss auch gewährleistet werden, dass mit den zur Verfügung stehenden Bibliotheksfunktionen auch auf komplexe Vorgänge, z.B. Zustandswechsel der Geräte oder Fehlersituationen, Einfluss genommenen wird. Das Sercos-Protokoll-Management, die Fehlerbehandlung und Gerätelogistik sind in den Master-Protokoll-Stacks implementiert. Die Protokoll-Stacks bilden somit die Verbindung zwischen der physikalischen Transportschicht (z.B. Ethernet-Treiber) und der Anwendungssoftware. Die Zielsetzung von Protokoll-Stacks ist bei allen Systemen gleich: Der Entwickler von Sercos-III-Projekten soll sich nicht um das Protokoll-Management kümmern müssen, vielmehr um die Verarbeitung der entsprechenden Nutzdaten der angebundenen Stationen.