OS-9 RTOS-Klassiker mit neuem Team und Elan

Viele spekulieren auf den Markteintritt von Windows 8 zur embedded world - für eine echte Überraschung sorgten jetzt aber die Partner Microsys, RTSI (USA) und Freestation (Japan), die alle Rechte am Echtzeitbetriebssystem »OS-9« und den zugehörigen Werkzeugen von Radisys übernommen haben.

OS-9 - ursprünglich »Microware OS-9« - ist ein Klassiker unter den Echtzeitbetriebssystemen und steht seit Jahrzehnten für harte Echtzeit, Zuverlässigkeit, Anpassbarkeit und Skalierbarkeit. Nun haben sich die Partner die konsequente Weiterentwicklung von OS-9 auf die Fahne geschrieben, sowohl was Funktionen als auch Plattformen betrifft. Dazu zählt ausdrücklich auch die Expansion in neue, regulierte Märkte. Bereits schon auf der embedded world (Halle 4, Stand 328) wird Microsys OS-9 auf neuen High-end-Systemen präsentieren, basierend auf Freescales QorIQ und i.MX-CPUs.

Ursprünglich wurde das Unix-ähnlich OS-9 für Motorolas 6809 entwickelt, fand aber schnell auch seinen Weg auf andere Prozessoren. Mit seiner hohen Betriebsbewährtheit braucht OS-9 einen Vergleich mit jüngeren Echtzeitbetriebssystemen nicht zu scheuen - bei einigen Funktionen wie der extrem kurzen Bootzeit (»Instant-On«) von OS-9, können sich sogar einige moderne, bzw. populäre Echtzeitbetriebssysteme noch ein Beispiel nehmen - auch ein Windows-8-Embedded kann sich hier einreihen.

Die Neuausrichtung des bisherigen OS-9-Eigentümers Radisys als Zulieferer für Wireless-Infrastrukturprojekte, rückte das Echtzeitbetriebssystem aus dem neuen Kerngeschäft und lähmte die Weiterentwicklung. Mit dem neuen Team jedoch scheint der frühere Elan jetzt wieder zurückzukehren. Die Entwicklung, Portierung und der Support für OS-9 werden nun in Zukunft am Microsys-Stammsitz in Sauerlach bei München durchgeführt.